Kein Stopp für den neuen Aldi-Markt

Kein Stopp für den neuen Aldi-Markt

Planung: In der Bezirksvertretung wurde erneut um den Discounter in Angermund gerungen.

Düsseldorf. Ob Aldi nach Angermund kommen darf, ist weiter offen. Am Dienstag lehnte die Bezirksvertretung 5 (Kaiserswerth, Lohausen, Stockum, Angermund, Kalkum und Wittlaer) einen Antrag von SPD und FDP ab, die verhindern wollten, dass der Discounter einen Supermarkt zwischen dem Angermunder S-Bahnhof und der evangelischen Kirche baut.

CDU und Grüne wollen eine Bürgerbeteiligung im Rahmen eines Bebauungsplans. Da sollen die Angermunder dann ihre Meinung sagen können, ob sie für einen Aldi-Markt sind. Bereits in der vergangenen Sitzung hatten die Vorstadtpolitiker beschlossen, dass für die freie Fläche ein Bebauungsplan aufgestellt wird. Damit behält sich die Bezirksvertretung die Entscheidung vor, ob dort eine reine Wohnbebauung oder auch ein Supermarkt zugelassen wird.

Liberale und Sozialdemokraten wollten das schon jetzt festschreiben. Wie SPD-Sprecher Dieter Horne erklärte, befürchte man erhebliche Auswirkungen für den Angermunder Ortsmittelpunkt. Dort befänden sich ein Edeka und ein Rewe-Markt, die durch einen zweiten Discounter in ihrer Existenz gefährdet seien. Außerdem habe die evangelische Kirche erhebliche Bedenken wegen der Verkehrsbelastung geäußert. Denn sie betreibt dort einen Kindergarten, der im nächsten Jahr auch eine Gruppe für unter Dreijährige eröffnen will.

Für die CDU machte Guido Krüger deutlich, dass man keine Entscheidung treffen will, so lange nicht mal eine Planung vorliegt: "Bisher ist das alles nur eine gefühlte Vermutung." Denn wenn die Zufahrt zum neuen Aldi-Markt über die Angermunder Straße geführt wird, kämen die Kunden dem Kindergarten überhaupt nicht in die Quere. Jürgen Gocht von den Grünen will die Meinung der Bürger hören: "Dann wissen wir, was wir verantworten können."

Nun wird das Bebauungsplan-Verfahren normal weitergehen. Bereits frühzeitig wird die Stadt zu einer Bürgeranhörung einladen und die Planung vorstellen. Dann können die Angermunder selbst sagen, ob sie einen zweiten Discounter wollen oder nicht.

Mehr von Westdeutsche Zeitung