Die Zukunft der Warenhäuser Kaufhof und Karstadt werden Streitthema im Wahlkampf

Düsseldorf · OB Geisel spricht über Vereinbarung, Kandidat Keller kritisiert Alleingang.

 Karstadt und Kaufhof am Wehrhahn droht die Schließung.

Karstadt und Kaufhof am Wehrhahn droht die Schließung.

Foto: dpa/Christophe Gateau

Wenn es gelänge, Jobs und eines der Kaufhäuser am Wehrhahn zu retten, wäre das eine sehr geeignete Botschaft für den Wahlkampf. Das weiß Oberbürgermeister Thomas Geisel, das wissen auch seine Herausforderer. Deshalb hat der Amtsinhaber nun versucht, frühzeitig einen Erfolg zu melden – und das könnte sich zum Gegenteil entwickeln. Die Stadt möchte nach eigenem Bekunden eine Absichtserklärung, einen so genannten Letter of Intent, mit der Signa-Gruppe unterzeichnen, der die Warenhauskette gehört. In dieser Erklärung geht es um Signas Hochhaus-Pläne für das Kaufhofgelände und Beschäftigungsgarantien. Die „Rheinische Post“ zitierte den Oberbürgermeister in diesem Zusammenhang mit den Worten, er sei zuversichtlich, dass für Karstadt noch nicht das letzte Wort gesprochen sei, und er erwarte, dass die Mitarbeiter eine Beschäftigungsperspektive erhalten und es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen komme.

Nach Informationen unserer Redaktion soll diese Veröffentlichung für großen Unmut bei Signa gesorgt haben. Der Hintergrund: Signa verhandelt noch mit dem Eigentümer der Karstadt-Immobilie über eine geringere Miete. Dann müsste das Haus nicht wie bisher geplant im Oktober schließen. Da die Eigentümer der Immobilie nun aber wissen, dass Signa auf dem Kaufhof-Gelände eine sehr gute Perspektive hat, ist Signas Verhandlungsposition bei Karstadt nun eine schwächere. Auf Anfrage gab das Unternehmen am Mittwoch keine Stellungnahme ab.

Stephan Keller, OB-Kandidat der CDU, kritisiert Geisels Vorgehen. Er sehe die Signa-Pläne sehr positiv, aber Geisel gefährde mit seinem Vorpreschen die Chancen für den Standort. Der Oberbürgermeister mache Versprechen, die er nicht halten könne, weil nur der Stadtrat solche Beschlüsse fassen könne. „Wir brauchen einen breiten Konsens und keine Alleingänge“, sagte Keller.

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