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Katholische Kliniken machen Labore dicht

Katholische Kliniken machen Labore dicht

Krankenhäuser: Die drei Labore des katholischen Klinikverbundes (VKKD) und das des Marien-Hospitals sollen ausgelagert werden – Mitarbeiter sehen Nachteile für Patienten.

Düsseldorf. Zum 1. Oktober sollen drei medizinische Labore des Verbundes Katholischer Kliniken (VKKD), zu dem unter anderem das Rather Augusta-Krankenhaus, das St. Vinzenz-Krankenhaus und das Kaiserswerther Marienkrankenhaus gehören, an einen privaten Anbieter ausgelagert werden. Das bestätigte eine Sprecherin des Verbundes auf WZ-Nachfrage. Man sei in Verhandlungen, wolle aber den Termin Oktober nicht bestätigen: "Noch ist nichts in trockenen Tüchern", sagt Anette Erfurt vom VKKD.

Man plane, an der Kaiserswerther Straße ein externes Zentrallabor einzurichten, das beispielsweise Blutuntersuchungen als Dienstleistung für die katholischen Kliniken erbringe. Auch das Marien-Hospital, ebenfalls ein Krankenhaus in katholischer Trägerschaft, soll sich daran beteiligen. Schon im Vorjahr hatten Klinik-Verbund und Marien-Hospital nach Möglichkeiten gesucht, enger zusammenzuarbeiten, um Synergien zu nutzen.

Den derzeit 16 Labormitarbeitern des Verbundes habe man ein Angebot vorgelegt. Sie würden mit allen Rechten und Pflichten beim neuen Arbeitgeber angestellt. Bis zur kommenden Woche müssen sich die Mitarbeiter entscheiden, ob sie das Angebot annehmen. Was passiert, wenn sie es nicht machen, darüber mag man "nicht spekulieren".

Auch den Namen des Labordienstleisters hält man noch geheim. Nach WZ-Informationen sind die Medizinischen Laboratorien Düsseldorf im Gespräch, eine Gemeinschaftspraxis für Laboratoriumsmedizin - mit Sitz an der Kaiserswerther Straße. Deren Geschäftsführer Michael Lux will dazu ebenfalls nichts sagen. Man habe wegen der laufenden Verhandlungen Stillschweigen vereinbart.

Im Verbund sind zumindest die Mitarbeiter wenig davon begeistert, die drei Labore auszugliedern. "Wir sind total empört", sagt eine Mitarbeiterin, die ihren Namen aus Furcht vor Konsequenzen nicht nennen mag. Man sei Ende Juni von den Plänen unterrichtet worden - und habe eine vierwöchige Frist gestellt bekommen, sich für einen "Betriebsübergang" zu entscheiden.

Allerdings fehlten dafür die nötigen Informationen. "Man hat uns lediglich gesagt, unsere alten Verträge hätten ein Jahr lang Bestandsschutz, eine Arbeitsplatzgarantie wollte man uns aber nicht geben", sagt die Labormitarbeiterin. Mögliche Ansprechpartner für Nachfragen seien im Urlaub oder nicht zu erreichen. Mehrere Mitarbeiter hätten mittlerweile einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Die Mitarbeitervertretung will dazu keine Stellung nehmen.

Man sorgt sich auch um die Qualität der Behandlung. Am St. Vinzenz-Krankenhaus kursiert ein Schreiben, das der WZ vorliegt, in dem vor negativen Folgen der Auslagerung gewarnt wird: Längere Wartezeiten und Wege seien programmiert. In Notfällen könne nicht schnell genug reagiert werden: Ärzte und Pfleger müssten dann die Arbeit der Medizinisch Technischen Assistenten (MTA) übernehmen, die bisher im Labor arbeiten. Das MTA-Spezialwissen zur technischen Beurteilung von Messergebnissen gehe so verloren.

Verbund Anfang 2004 wurde der Verbund Katholischer Kliniken in Düsseldorf (VKKD) durch den Zusammenschluss der Caritative Vereinigung GmbH und der Krankenhaus Mörsenbroich-Rath GmbH gegründet. In Düsseldorf gehören folgende Häuser dazu: Augusta-Krankenhaus, St. Vinzenz-Krankenhaus, Marienkrankenhaus, Krankenhaus Elbroich und das Altenkrankenheim Katharina Labouré. In Meerbusch: St. Mauritius Therapieklinik.

Patienten Insgesamt verfügt der Verbund über 1000 Betten, etwa 1700 Mitarbeiter kümmern sich um jährlich 50 000 Patienten.