Düsseldorf: Kassiert der OSD von Prostituierten?

Düsseldorf: Kassiert der OSD von Prostituierten?

27-Jährige musste angeblich das Geld der Freier in einem Bus des Ordnungsamtes abgeben. Prozess vor dem Amtsgericht wird fortgesetzt.

Düsseldorf. Eigentlich sollte eine Prostituierte am Freitag im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens vor dem Amtsgericht verurteilt werden. Doch nun wird es am Dienstag einen zweiten Verhandlungstag geben. Denn die 27-Jährige hatte angegeben, dass sie die Einnahmen aus ihren Liebesdienstes in einem Bus des Ordnungs- und Service-Dienstes der Stadt abgeben musste. Das soll durch die Zeugensaussage eines OSD-Mitarbeiters geklärt werden.

In der vergangenen Woche war die Mutter von vier Kindern an der Charlottenstraße aufgegriffen worden. Seit November vergangenen Jahres war sie immer wieder vom OSD im Sperrbezirk erwischt worden, als die Prostituierte Freier ansprach. Doch alle Platzverweise und Geldbußen ließen die Angeklagte unbeeindruckt. Weil die Frau keinen festen Wohnsitz hat, wurde nun erstmals Haftbefehl erlassen. Im Rahmen des beschleunigten Verfahrens muss der Prozess dann innerhalb von einer Woche stattfinden.

Zunächst schilderte die Angeklagte ihre traurige Geschichte. Vor zwei Jahren kam sie nach Deutschland, um hier auf den Strich zu gehen. Die vier Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren hat sie in Bulgarien bei ihrer Mutter zurückgelassen. Dass sie als Prostituierte arbeitet, gab die 27-Jährige auch offen zu.

Sie machte allerdings dem Ordnungsamt schwere Vorwürfe : „Ich musste einmal 100 Euro in einem Bus abgeben.“ Das seien die gesamten Einnahmen in dieser Nacht gewesen.

Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass es sich dabei um eine mögliche Sicherheitsleistung handelt, wenn die Frau Bußgelder nicht bezahlt hat. Das wäre dann rechtlich auch nicht zu beanstanden.

Trotzdem soll das im Rahmen eines zweiten Verhandlungstages geklärt werden. Am Dienstag wird der OSD-Mitarbeiter, der an dem Einsatz beteiligt war, als Zeuge gehört.

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