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Karnevalslegenden im Apollo

Karneval in Düsseldorf : Karnevalslegenden im Apollo

Bei der Nostalgiesitzung gab es Standing Ovations für Hans Süper, Hermann Schmitz und viele andere.

Jupp Menth alias „Ne kölsche Schutzmann“, Hermann Schmitz, Hans Süper, Willibert Pauels alias „Ne bergische Jung“ und viele andere. Was am Dienstagabend im Apollo Varieté bei der Nostalgiesitzung von der Bürgerwehr und des AVDK auf der Bühne stand, das kann man durchaus als Treffen der Karnevals-Legenden bezeichnen. Hunderte Jahre geballte Karnevalskompetenz. Aber ihr Handwerk beherrschen sie immer noch aus dem Effeff und die Zuschauer honorierten es mit Standing Ovations.

Die gab es für Hans Süper schon, als er die Bühne betritt. „Zimmermänn, Du Ei“! Unvergessen der Satz über seinen Partner Hans Zimmermann des genialen Colonia Duetts. Mehr als 20 Jahre ist Süper nicht mehr in Düsseldorf aufgetreten. „Ich freue mich total, das ist fast wie nach Hause kommen.“ 84 Jahre wird er im März, doch mit seinem Alter geht er ganz locker um. „Ich habe letzte Woche schon mal Probe gelegen. Das dauert ja jetzt nicht mehr ganz so lange, bis ich unter die Erde komme.“ In der Domstadt sagt man ihm nach, dass er berühmter als der Papst sei. Und einen lockeren Spruch hat er immer auf Lager. Denn Stefan Kleinehr, den Vize-Präsidenten des CC und Präsidenten des AVDK, den er auch schon lange nicht mehr gesehen hatte, begrüßte er mit den Worten: „Mensch, bist Du aber groß geworden.“ Lustig ist er wie eh und je und deshalb gab es für Süper einen regelrechten Beifallssturm.

Eine andere Legende steht seit 69 Jahren auf der Karnevalsbühne und hat schon alles erlebt sollte man meinen. Doch im Apollo war Hermann Schmitz aufgeregt wie ein kleines Kind. „Das gibt es doch gar nicht, ich bin total nervös“, verriet er vor dem Auftritt. Jahrelang stand er mit seinem Partner Werner Ruhnau als „Kofferduo“ auf der Bühne, der aber vor einigen Jahren verstarb und Schmitz die große Bühne verließ.

80 Jahre ist Schmitz inzwischen, doch er hat es noch immer faustdick hinter den Ohren, denn seine Witze sind immer ziemlich bissig. Mit elf stand er das erste Mal auf der Bühne, war 40 Jahre Präsident bei den Unterrather Funken, war Hoppeditz und Prinz Karneval. Doch selbst ihn kann man noch überraschen. „Heute wollte vor der Sitzung jemand das erste Mal in meinem Leben ein Autogramm haben.“ Am 11. November 1989, zwei Tage nach dem Mauerfall, fuhr er mit einem Trabant auf den Marktplatz, um seine Hoppeditz-Rede zu halten.

Die Nostalgiesitzung war ein voller Erfolg und man kann nur auf eine Fortsetzung hoffen.