Käseverkauf als Akt deutsch-französischer Freundschaft in Düsseldorf

Frankreichfest : Käseverkauf als Akt der deutsch-französischen Freundschaft

Für den Käsehändler Christophe Riri aus dem Norden ist das Fest mehr als ein Wochenendmarkt.

Können alltägliche Dinge wie der Kauf von Käse, gemeinsames Weintrinken oder der Bummel in der Stadt zur Völkerverständigung beitragen? Der 51-jährige Christophe Riri ist davon überzeugt, dass gerade das Alltägliche besonders wichtig ist, um die gegenseitige Kultur kennen zu lernen. Seit 14 Jahren ist der Käsehändler aus der Picardie, nördlich von Paris, bei der „Grande Fête Française“ in Düsseldorf. Er verkauft auf seinem Stand „Fromage de France“ an der Rheinpromenade Käsesorten aus ganz Frankreich und erzählt, für wie wichtig er das Frankreichfest in Düsseldorf hält: „Ich sehe, wie beliebt französischer Käse in Deutschland ist und glaube, dass vor allem dieser Austausch der Kulturen die Länder näher kommen lässt.“

Auch an diesem Wochenende ist die Nachfrage für den französischen Käse groß, so dass er mit dem Bedienen der Kunden kaum hinterherkommt. Gleichzeitig wird hier deutlich, wie man durch den Austausch etwas über die jeweils andere Lebensart lernt. Die große Auswahl an Käsesorten überfordert erstmal viele, die erst einmal fragen müssen, was denn welchen Geschmack habe. Er versucht es ihnen in seinem gebrochenen Deutsch zu erklären, das er sich im Laufe der Jahre angeeignet hat. So lernen die Kunden etwas über die französische Käsevielfalt, während er seine Deutschkenntnisse verbessert.

Besonders der ungewöhnlich aussehende blaue Lavendelkäse aus der Provence stößt immer auf Interesse und führt zu Gesprächen. Fast jeder Kunde stolpert über ihn, wenn er sich einen Überblick über die Käsesorten verschafft, möchte ihn erstmal probieren und wundert sich dann, dass er eher nach Thymian schmeckt als nach dem intensiven Lavendel.

Düsseldorfer Modesinn erinnert auch den Franzosen an Paris

Sowohl die deutsche Liebe für den französischen Käse als auch der Austausch der Kulturen beeindrucken Riri schon seit 14 Jahren. Darum fährt er jedes Jahr gerne wieder 430 Kilometer aus seiner Heimat in Nordfrankreich nach Düsseldorf, das immerhin auch als Klein-Paris bekannt ist. Er bedauert, selber noch nie die Muße gefunden zu haben, mal durch Düsseldorf zu bummeln. Schließlich muss er immer von 9 Uhr bis in den späten Abend hinein arbeiten, wenn er hier ist.

Dennoch hat er beim Umgang mit den Kunden und Besuchern schon einen ganz guten Eindruck von „Petit Paris“ gewonnen, wie er lachend anmerkt, als er von diesem Spitznamen hört: „Man merkt tatsächlich, dass die Düsseldorfer einen guten Sinn für Mode und Stil haben. Die Leute hier zu sehen, kann einen schon an Paris erinnern.“

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