Junge Diebesbande ist gefasst

Junge Diebesbande ist gefasst

Zehn Täter (16 bis 20) aus Hellerhof brachen über Monate in der Nachbarschaft ein.

Düsseldorf. Sie sind 16 bis 20 Jahre alt, die meisten von ihnen gehen noch zur Schule. Und plötzlich kauften die zehn Jungs aus Hellerhof Flachbildschirme, teure Laptops, fuhren mit einer gemieteten Stretchlimousine durch die Nachbarschaft. Am Donnerstag stand jetzt die Polizei bei ihnen auf der Matte: Mindestens 35 Einbrüche konnten der Bande junger Profis nachgewiesen werden.

"In ihrer Freizeit hatten sie offenbar kein anderes Interesse, als Einbrüche zu begehen", sagt Kommissariatsleiter Dieter Töpfer. Zu jeder erdenklichen Tageszeit und in wechselnder Zusammensetzung gingen Kleingruppen auf Diebestour durch den Düsseldorfer Süden und angrenzende Städte.

Anfang Mai gründete die Düsseldorfer Polizei die Ermittlungskommission "Juba" (für Jugendbande). Denn nach Fallanalysen der sich häufenden Einbrüche und durch Zeugenaussagen waren die Ermittler schnell sicher: Es muss sich um Jugendliche aus der Gegend handeln. Der Verdacht gegen die zehnköpfige Bande lag nahe. Denn viele der jungen Männer sind bereits seit Jahren bei der Polizei bekannt.

Mehrere Wochen haben die Ermittler verdeckt ermittelt, berichtet EK-Leiter Rainer Reinhardt. So erkannten sie die Struktur der Gruppe, die vermutlich von einem 16-Jährigen angeführt wird. Er und zwei weitere Jugendliche (16 und 20) sitzen jetzt in U-Haft. "Dass für 16-Jährige Untersuchungshaft angeordnet wird, zeigt schon, mit wem wir es da zu tun haben", sagt Töpfer. Einer der abgebrühten Täter habe sogar bei einem Telefonat seinem Betreuer vom Jugendamt gesagt, er habe gerade keine Zeit, weil er in ein Haus einbreche. "Sie haben kein Unrechtsbewusstsein - eher tragen sie sogar Stolz in sich", sagt Töpfer.

Allein bei den bislang nachgewiesenen 35 Taten machte die Bande Beute im Wert von rund 200 000 Euro. Mit einem gestohlenen Touareg verursachten sie zudem zwei Unfälle - und flohen. Alle Jugendlichen kommen aus gut situierten Familien und leben noch zu Hause. Warum ihre Eltern vom plötzlichen Reichtum der Söhne nichts mitbekommen haben wollen, kann sich Dieter Töpfer nicht erklären.