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Josip Vukoje sammelt in Düsseldorf für die Erdbeben-Opfer im kroatischen Petrinja.

Tour nach Kroatien kann starten : Familie Vukoje hilft den Erdbeben-Opfern im kroatischen Petrinja

Josip Vukoje ist überwältigt und überglücklich. Der Kroate hatte nach dem verheerenden Erdbeben in Petrinja einen Aufruf gestartet, Lebensmittel, Hygieneartikel und Kleidung zu spenden. Die Düsseldorfer gaben reichlich. Nun kann er die 1200 Kilometer lange Tour starten.

Nach dem Erdbeben im kroatischen Petrinja ist eine Hilfslieferung aus Düsseldorf im Krisengebiet eingetroffen. Zu den Spenden aufgerufen hatten der Düsseldorfer Josip Vukoje und seine Familie. „Die Resonanz hat uns überwältigt“, sagt Vukoje, der am Donnerstagabend in Pentrija angekommen ist. Dem Erdbeben waren mehrere Menschen zum Opfer gefallen, komplette Straßenzüge sind zerstört. Immer wieder erschüttern Nachbeben die Region. „Die Lage ist sehr schlimm“, berichtet Vukoje am Telefon. „Viele Menschen schlafen draußen oder in ihren Autos, weil ihre Häuser zerstört sind.“ Auch sein Bruder lebt mit seiner Familie in der Stadt, auch ihr Haus steht nicht mehr.

Nicht nur für sie hatte Vukoje zu Hause in Düsseldorf dazu aufgerufen, Lebensmittel, Hygieneartikel und Kleidung zu spenden. Gemeinsam mit zwei Freunden und seiner Tochter fuhr er diese mit drei Transportern ins knapp 1200 Kilometer entfernte Erdbebengebiet. „Die Transporter stellt uns ein selbstständiger Kurierfahrer und ein Freund unentgeltlich zur Verfügung. Die einzigen Kosten entstehen durch das Benzin. Das bezahlen wir aus eigener Tasche.“

Als Sammelstelle für die Sachspenden hatte er die kleine Lagerhalle seines Unternehmens für Qualitätssicherung in der Automobilbranche zur Verfügung gestellt. Doch schnell war klar: Die knapp 40 Quadratmeter sind zu wenig. „Wir mussten schon auf die Zufahrt, den Bürgersteig, die Straße und den Hauseingang ausweichen“, so Vukoje. „Mit einer Fahrt bekommen wir das in den drei Transportern nicht nach Kroatien. Wenn wir wieder zurück sind, müssen wir einen weiteren Konvoi organisieren.“ Am Sonntag will Vukoje zurück nach Düsseldorf fahren – und versuchen, einen Lkw für den zweiten Transport zu organisieren. Ende nächster Woche möchte er erneut nach Petrinja fahren.

Er hatte den Hilfeaufruf über soziale Medien, die katholische kroatische Gemeinde, das kroatische Konsulat, „seinen“ Fußballverein NK Croatia Düsseldorf und viel Mund-zu-Mund-Propaganda veröffentlicht. Sogar der serbische Club KSC Tesla habe den Aufruf geteilt, sagt Vukoje, und das, obwohl Serben und Kroaten vor 30 Jahre noch gegeneinander Krieg geführt hätten. „Aber Krieg und Gewalt ist nie eine Lösung“, sagt er, „wir sind doch alle Menschen und sollten uns alle gegenseitig unterstützen unabhängig von Religion, Nationalität und Hautfarbe.“