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Jetzt lächeln sie wieder: Der Wahlkampf startet

Jetzt lächeln sie wieder: Der Wahlkampf startet

Jede Partei wirbt anders um Wähler. Die FDP hängt 100 Riesenplakate auf, andere plakatieren kleinere Formate.

Düsseldorf. Die Zeit war knapp: Nachdem die Landtagswahl in NRW auf den 13. Mai vorgezogen wurde, mussten die Parteien sich bis zum Wahlkampfstart ganz schön ins Zeug legen. Seit Freitagabend um 18 Uhr lächeln Düsseldorfer Politiker von den Plakaten. Aber nicht alle Parteien haben es geschafft, bis zu dieser Frist die nötigen Vorbereitungen zu treffen.

Während die großen Parteien CDU und SPD sowie die Linke keine Probleme hatten, verzögert sich das Plakatieren bei den Polit-Neulingen von der Piraten-Partei und bei Bündnis90/Die Grünen. Grünen-Landesvorsitzende und Düsseldorfer Wahlkreiskandidatin Monika Düker: „Wir haben schon manche Abendschicht eingelegt. Mit dem Plakatieren können wir jedoch erste Mitte nächster Woche beginnen.“

Ebenso wie die FDP. Die hatte zwar keine zeitlichen Probleme, beginnt aber dennoch erst Anfang der kommenden Woche mit der Plakatierung. Wahlkreiskandidatin und Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann: „Drei bis vier Wochen Präsenz sind völlig ausreichend. Jeder weiß, in welchem Zustand die Plakate nach dieser Zeit sind.“

Die Piraten machen aus der Not eine Tugend und betreiben Recycling: Da ihre Plakate nicht rechtzeitig fertig geworden sind, haben sie am Freitagabend rund 100 Plakate aus dem Saarland-Wahlkampf gehängt. „Am Montag werden wir dann unsere eigenen Motive verteilen.“ 1000 Stück sollen das etwa sein.

Die FDP beschränkt sich als einzige Partei auf einen Personenwahlkampf, verzichtet außerdem auf kleinere Plakate an Bäumen und Laternenpfählen. Stattdessen wirbt die Partei mit 100 Großplakaten, auf denen Christian Lindner, Strack-Zimmermann und Robert Orth zu sehen sind. „Die Menschen wählen Personen“, erklärt Strack-Zimmermann diese Strategie.

Im Gegensatz dazu hängt die CDU neben 1200 Kandidatenplakaten auch 800 Plakate mit der Kernforderung „Zukunft statt Schulden“. Die SPD verzichtet bis auf das Konterfei von Hannelore Kraft gänzlich auf Personen auf den Plakaten. Stattdessen stehen Forderungen wie „Kommunen weiter stärken“ oder „Jetzt den Westen fördern“ auf den Werbeflächen. Die Linke und die Grünen zeigen zur Hälfte ihre Wahlkreiskandidaten, zur anderen Hälfte zentrale Forderungen. Die Piraten konzentrieren sich komplett auf Themenschwerpunkte. Zum Teil auch provokant: „Lieber einen albernen Namen als lächerliche Politik“, heißt es auf einem der bunten Plakate.

Bei der Menge der Plakate liegen CDU, SPD und Linke vorne. Alle drei sind mit mehr als je 2000 Exemplaren verschiedener Größe in der Stadt vertreten. Grüne und Piraten hängen etwa 1000 Plakate. Dementsprechend sind die Summen, die in Düsseldorf investiert werden: Während die Piraten auf Mittel der Landespartei und private Gelder zurückgreifen, investieren die anderen Parteien zwischen 30 000 Euro (FDP, SPD) und 100 000 Euro (CDU) in den Düsseldorf-Wahlkampf.

Natürlich erhält jede Partei Unterstützung vom jeweiligen Bundes- und anderen Landesverbänden. So hat sich einiges an Polit-Prominenz bis zum 13. Mai angekündigt: Für die CDU kommt Angela Merkel (11. Mai), die SPD hat Sigmar Gabriel, Manuela Schwesig und Klaus Wowereit angefragt, zu den Grünen kommem Winfried Kretschmann (7. Mai) und Cem Özdemir (11. Mai). Die FDP setzt in der Hauptsache auf ihren Sympathieträger Christian Lindner — so wie auf ihren Plakaten.