Jetzt kommt der Grüne Pfeil für Fahrradfahrer in Düsseldorf

Verkehr: Jetzt kommt der Grüne Pfeil für Fahrradfahrer in Düsseldorf

An Aachener und Prinz-Georg-Straße werden die neuen Verkehrsschilder bis Ende des Monats aufgehängt.

Düsseldorf bekommt ein neues Verkehrsschild, 42 Zentimeter hoch und 33 Zentimeter breit. Ein grüner Pfeil in einem schwarzen Quadrat weist nach rechts, darunter ist das Piktogramm eines Fahrrads mit dem Zusatz „nur“ versehen (siehe Foto rechts unten im Artikel). Wenn Fahrradfahrer künftig vor so einem Schild stehen, heißt das: Sie dürfen auch an einer roten Ampel rechts abbiegen, wenn sie freie Fahrt haben und den Verkehr nicht behindern. Wichtig ist, dass die Fahrradfahrer vor dem Schild anhalten müssen, bevor sie weiterfahren.

In Düsseldorf wird der Grüne Pfeil für Radfahrer bis Ende des Monats an fünf Stellen aufgehängt, zwei Mal an der Kreuzung der Prinz-Georg-Straße mit der Vagedesstraße sowie drei Mal an der Ecke Karolinger Straße, Aachener Straße.

Möglich wird das dank eines Pilotprojektes der Bundesanstalt für Straßenwesen, an dem sich die Stadt auf Initiative der Politik hin beteiligt. Denn bislang sieht die Straßenverkehrsordnung einen Abbiegepfeil nur für den Radverkehr nicht vor. Mit dem großangelegten Test auch in Städten wie Köln, München, Münster und Leipzig soll herausgefunden werden, ob ein grüner Pfeil für Radfahrer unter bestimmten Bedingungen (gut einsehbare Kreuzung) die nötigen Sicherheitskriterien erfüllt.

An diesen Stellen an der Aachener Straße und der Prinz-Georg-Straße können Radler künftig auch bei Rot rechts abbiegen. Foto: Google

Auch der ADFC begrüßt den neuen Grünen Pfeil

Die Standorte hatte die Bundesanstalt für Straßenwesen zusammen mit dem beauftragten Unternehmen PTV Transport Consult GmbH aus einer Reihe von Vorschlägen der Stadt ausgewählt. In der Zwischenzeit sind Verkehrserhebungen durchgeführt worden, um das Verhalten der Radfahrer an den betreffenden Ampeln vor Installation des neuen Schildes mit der Situation nachher vergleichen zu können. Die Nacherhebung soll nach einer dreimonatigen Gewöhnungsphase starten. Das Pilotprojekt ist für ein Jahr angelegt.

Für den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses Martin Volkenrath (SPD) ist der Grüne Pfeil ein weiterer Schritt hin zur Verkehrswende, der eine Verbesserung für den Radverkehr mit sich bringt. Wie auch Lerke Tyra vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub in Düsseldorf betont er zwei Aspekte des Grünen Pfeils für Radler. Zum einen können diese schneller in der Stadt unterwegs sein. Zum anderen erhöht sich die Sicherheit für Radfahrer, wenn sie die Kreuzung bereits verlassen haben, bevor die Autos losfahren. Einen ähnlichen Effekt haben die Fahrradampeln, die Radlern vor den Autos grünes Licht zeigen. „Wenn Autos und Fahrräder an Kreuzungen parallel losfahren, ist das immer ein Risiko“, sagt Tyra. Das größte Risiko geht freilich davon aus, wenn geradeaus fahrende Radler im Toten Winkel des abbiegenden Autofahrers übersehen werden, was mit dem Grünen Pfeil nicht direkt entschärft wird. „Dennoch ist es gut, wenn sich die Situation an Kreuzungen generell entzerrt“, sagt Tyra.

Sie wünscht sich, dass der Grüne Pfeil eine Zukunft über das Pilotprojekt hinaus hat: „Andere Städte haben bereits gute Erfahrungen mit ihm gemacht.“

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