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Japan-Tag: Manga-Fans erobern das Rheinufer

Japan-Tag: Manga-Fans erobern das Rheinufer

Bei der zehnten Ausgabe des Festes wird ein großer Ansturm von Manga- und Cosplay-Fans erwartet. Désirée Richter und Marie Schmiedchen erklären den Trend.

Düsseldorf. Wie eine zum Leben erweckte Manga-Figur sieht Désirée Richter aus, wenn sie ihr dunkelrotes Kostüm mit der rosafarbenen Perücke trägt. Wenn sie so über die Straße läuft, kann es schon mal vorkommen, dass ihr Autofahrer nachhupen. Es muss die Verblüffung darüber sein, dass plötzlich eine Zeichentrickfigur anscheinend quicklebendig vor ihnen steht.

Désirée ist eine sogenannte Cosplayerin. Das Wort Cosplay ist eine Abkürzung für „Costume Play“ und stammt aus Japan. Es bezeichnet einen Verkleidungstrend bei dem Manga- und Anime-Fans versuchen, ihre Lieblingscharaktere darzustellen.

„Beim Japan-Tag am 15. Oktober rechnen wir mit einem großen Ansturm von Manga- und Cosplay-Fans“, sagt Roman von der Wiesche, Sprecher von Düsseldorf Marketing und Tourismus. Das Kulturfest wird dieses Jahr nun zum zehnten Mal das Rheinufer in einen japanisches Universum verwandeln. Aufgrund der Erdbeben-Katastrophe im Frühjahr hat sich das Japan-Fest diesmal um ein halbes Jahr verschoben. Gefeiert wird auch das 150-jährige Bestehen der deutsch-japanischen Freundschaft.

Marie Schmiedchen ist seit zwölf Jahren Cosplayerin. „Ich habe inzwischen 70 Kostüme“, sagt die Studentin für Bekleidungstechnik. Anders als in Japan, wo man die Kostüme im Geschäft kaufen kann, stellt sie ihre Kostüme selber her. „Das ist ein zeitaufwendiger und langer Prozess“, sagt die 24-Jährige. Die Kosten für ein Kostüm reichen für gewöhnlich in den dreistelligen Bereich. Dabei geht es ihr besonders um den ästhetischen Wert, den sie in den Manga-Figuren sieht: „Ich entscheide mich für einen Charakter, wenn er mir besonders gut gefällt.“

Marie und Désirée sind mittlerweile Profis in der hiesigen Cosplay-Szene. Ihrer Meinung nach ist sie hier noch nicht so ausgeprägt wie in Frankreich oder Italien. „Die deutsche Cosplay-Kultur liegt im guten Mittelfeld“, meint Désirée.

Im Alltag tragen sie die Kostüme aber nicht. „Normalerweise trägt man sie zu Conventions, bei denen man anderen Cosplayern begegnet und sich austauscht“, sagt Désirée. Beide haben sich für Charaktere entschieden, die im Comic Bösewichte sind. Auch wenn sie nicht so aussehen. „Das heißt aber nicht, dass wir auch in die Rolle schlüpfen und wie Wahnsinnige Damönen jagen“, erklärt Marie. „Auch im Kostüm bleibe ich immer noch ich.“

Auch die Design-Studentin Martina Peters hat seit ihrer Kindheit das Manga-Fieber gepackt. Nach dem Schulunterricht hat sie sich immer ihren Lieblingsanime Sailor Moon angeschaut. In der auf junge Zuschauerinnen zugeschnittenen Serie geht es um ein Mädchen, das mit Zauberkräften gegen Damönen kämpft.

Später hat Martina angefangen, Mangas zu kaufen. „Was mich an ihnen fasziniert, ist ihre filmische und erzählerische Dynamik“, sagt die 26-Jährige. „Das ist ganz anders als in westlichen Comics, die eher starr erscheinen.“ Mittlerweile veröffentlicht sie neben dem Studium ihre eigenen Mangas.

Manga- und Cosplay Fans, aber auch andere Japan-Interessierte werden am Samstag ab 12.30 Uhr zwischen Burgplatz und Landtag auf ihre Kosten kommen. Es gibt Auftritte von japanischen und deutschen Künstlern. Außerdem wird es einen Manga-, Karaoke- und einen Cosplay-Wettbewerb geben.“ Um etwa 21.30 Uhr beginnt das Feuerwerk. Bereits am Freitag steht um 18.30 Uhr J-Pop-Ikone Halko Momoi auf der großen Bühne am Burgplatz.