Investoren beklagen Mangel an Ein-Zimmer-Wohnungen in Düsseldorf

Immobilien : Immobilienentwickler setzen auf Mikro-Wohnungen für Düsseldorf

Silverlake plant rund 130 Ein-Zimmer-Appartements. Für Hausbesitzer sehen Berater das Ende der „Mondpreise“ gekommen.

Auf dem Düsseldorfer Immobilienmarkt klagen seit Jahren vor allem die Nachfrager über die Preise. Also die Mieter, aber auch Käufer. Doch der Höhepunkt bei der Preisentwicklung ist vor allem in guten Lagen allmählich erreicht  – und schon macht sich auch bei den Anbietern Ernüchterung breit: „Die rasante Preisentwicklung stößt unübersehbar an Grenzen“, sagt Marian Kirchhoff, Geschäftsführer beim deutschlandweit tätigen Immobilienberatungsunternehmen „Hammers & Heinz“, „manche Makler versprechen ihren Kunden immer noch Mondpreise, die aber meist überhaupt nicht mehr zu erzielen sind.“ Sein Unternehmen hat sich auf Zinshäuser, also Mehrfamilienhäuser, in Städten spezialisiert und bietet den Eigentümern mit dem „Zinshausatlas“ eine Online-Plattform, auf der man Preisentwicklungen, Nachfragesituation und Vergleichsobjekte eruieren und daraus eine Marktpreisschätzung seiner Immobilie bekommen kann.

Bei den Projektentwicklern setzt man auf den Bau von möglichst vielen weiteren Wohnungen: „Das ist der einzige Weg, die Mieten in Düsseldorf im Zaum zu halten“, ist John Bothe, Geschäftsführer vom Düsseldorfer Immobilieninvestor Silverlake, überzeugt. Ausdrücklich lobt Bothe dabei die Stadt und Bau- und Planungsdezernentin Cornelia Zuschke: „Man strengt sich hier wirklich sehr an, vieles geht jetzt schneller.“ Allerdings ist er – wie andere Investoren auch – keineswegs der Meinung, in Düsseldorf gebe es keine oder kaum noch geeignete Freiflächen für Wohnungsbau. Im Hafen, aber auch in ländlicheren Stadtteilen wie Hamm sei noch viel Platz, um zu bauen und die Stadt solle diese relativ zentrumsnahen Flächen auch entsprechend nutzen.

Bothe hat vor allem die Schaffung von Ein-Zimmer-Wohnungen (Mikro-Appartements) für Singles im Visier, da sei der Mangel in Düsseldorf am größten, die Nachfrage-Abdeckung liege bei nur fünf Prozent. Silverlake plant 120 bis 130 Mikro-Wohnungen an der Hütten- und der Sternstraße, weitere Projekte in der City, in Bilk und im Zooviertel sollen folgen. Studenten, aber auch Berufstätige, die unter der Woche eine Bleibe in der Stadt benötigen, sind Haupt-Zielgruppen. Solche Ein-Zimmer-Wohnungen sind Bestandteil mehrerer Hochhausprojekte wie dem Grand Central am Hauptbahnhof. Da die Fluktuation in dem Segment hoch ist, im Schnitt bleiben Mieter nicht mal ein Jahr – kommt es eher für professionelle Vermieter in Frage.

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