Insolvenz-Drama: Komödie ist vorerst gerettet

Insolvenz-Drama: Komödie ist vorerst gerettet

Mit Investor Christian Seeler soll ein Tournee-Theater aufgebaut werden. Gläubigerversammlung dauerte über zwei Stunden.

Düsseldorf. Am Mittwochabend wurde in der Komödie noch fröhlich die Premiere des neuen Stücks "Der grüne Affe" gefeiert. Wenige Stunden später ging vor dem Amtsgericht das Insolvenz-Drama um das Boulevard-Theater weiter. Mehr als zwei Stunden kämpfte Katrin Schindler für ihr Rettungs-Konzept mit dem neuen Investor Christian Seeler. Danach gab die große Mehrheit der Gläubiger (bis auf das Finanzamt und die Agentur für Arbeit) ihre Zustimmung.

Ursprünglich ging es nur darum, ob Katrin Schindler die Komödie trotz des Insolvenzverfahrens weiter in Eigenverantwortung führen darf. Zuletzt hatte es Missstimmungen mit dem Insolvenzverwalter Martin Lamprecht gegeben. Die konnten im Rahmen der Gläubigerversammlung weitgehend aus dem Weg geräumt werden.

Denn der neue Investor Christian Seeler, früher Intendant des Hamburger Ohnsorg-Theaters, hat seine feste Zusage gegeben. "Wir wollen, dass die Komödie ein Tournee-Theater wird. Das soll eins der Standbeine sein", freute sich die sichtlich erleichterte Theater-Chefin. Das bedeutet, in Düsseldorf werden Stücke inszeniert, die später dann auf Tournee in andere Städte gehen.

Angeblich soll Seeler bereit sein, mit einer Summe von 50 000 Euro einzusteigen. Katrin Schindler muss noch weitere Geldquellen auftun, um ihr Haus endgültig zu retten. Allein 25 000 Euro wurden in den vergangenen Wochen durch Spenden gesammelt. Ob auch die Stadt die Rettung des Theaters unterstützt, ist noch offen. Nach dem Einstieg des neuen Investors dürfte René Heinersdorff, der Chef des Theaters an der Kö, aus dem Rennen sein.

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