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Initiative Ludenberg: Anwohner kritisieren Flüchtlings-Pläne

Initiative Ludenberg: Anwohner kritisieren Flüchtlings-Pläne

Neue Bürgerinitiative lud zur Diskussion über Container und Aufnahmelager.

Düsseldorf. Im Bezirk 7 brodelt es: Die Pläne der Stadt, Am Bongard und in der Blanckertzstraße Containerdörfer für mehrere hundert Flüchtlinge zu errichten und in der Bergischen Kaserne ein Erstaufnahmelager einzurichten (WZ berichtete), treffen bei den Anwohnern auf großen Widerstand.

Auf Einladung der neugegründeten Initiative Ludenberg kamen am Freitagabend etwa 100 Menschen ins Gut Knittkuhle ein, um zu diskutieren. Und um eine einheitliche Position gegenüber Oberbürgermeister Thomas Geisel und anderen Unterstützern der Pläne zu finden.

Vielen Zwischenrufen aus dem Publikum merkte man vor allem Eines an: Man fühlt sich übergangen. „Die Politiker waren doch nie hier, um sich die Lage anzuschauen“, wirft eine Frau ein, eine andere fühlt sich entmündigt, nie habe man sie nach ihrer Meinung gefragt.

Viele Besucher verstehen nicht, wieso in anderen Stadtteilen weniger oder gar keine Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Obwohl die Organisatoren sich betont weltoffen gaben, schienen immer wieder auch Ressentiments gegenüber den Asylbewerbern durch. Angst vor erhöhter Kriminalität wird von Mitorganisatorin Brigitta Dahlmann ebenso angedeutet wie Bedenken um die Sicherheit der Menschen in einem nahe eines möglichen Containerdorfs gelegenen Altenheim.

Andere betonten, das Wohl der Flüchtlinge im Auge zu haben, wenn man sich gegen die Unterkünfte in Ludenberg wende. Sie brachten eine unzureichende Infrastruktur zur Sprache, es fehle an Kindergärten, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten. Auch die Unterbringung zu vieler Menschen in Containern ohne Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung wurde kritisiert.

Viel Applaus bekam Andreas Preuß, Manager des Tischtennisvereins Borussia Düsseldorf, der für eine Versachlichung der Diskussion plädierte. „Es geht um die Flüchtlinge, wir müssen klar machen, dass die Pläne schlichtweg zu viele Menschen auf zu wenig Raum vorsehen“, sagte er. Um die verantwortlichen Politiker zum Umdenken zu bewegen, müsse man mit Fakten und nicht mit Vorurteilen argumentieren und sich auf die Auseinandersetzung mit den verantwortlichen Politikern gut vorbereiten.

Morgen abend wird weiter diskutiert, dann auch mit Oberbürgermeister Thomas Geisel, der zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Flüchtlingsunterkünfte im Stadtbezirk 7 einlädt. Ab 18 Uhr will er in der Aula des Gymnasiums Gerresheim, Am Poth 60, Rede und Antwort stehen.