Düsseldorf: Initiative: Lange Tafel — offene Gesellschaft

Düsseldorf: Initiative: Lange Tafel — offene Gesellschaft

An verschiedenen Orten in der Stadt haben Menschen sich an Tischen versammelt, um zu diskutieren, zu essen und zu trinken. Die bundesweite Initiative steht für eine offene und demokratische Gesellschaft ein und möchte mit der Aktion ein Zeichen setzen.

Düsseldorf. Am Samstag stellten überall in Deutschland Menschen Tische und Stühle nach draußen und luden Freunde, Familie und Nachbarn ein, um gemeinsam zu essen, zu trinken und zu diskutieren. Der Anlass: Tag der offenen Gesellschaft. Die bundesweite Initiative steht für eine offene und demokratische Gesellschaft ein und möchte mit der Aktion ein Zeichen setzen. Das Ziel sei es, Bekannte, Freunde sowie Fremde einzuladen und ein respektvolles Zusammenleben zu feiern.

Auch in Düsseldorf haben sich an verschiedenen Stellen die Menschen mit mitgebrachtem Essen an Tischen versammelt und dabei auch darüber debattiert, wieso Offenheit in unserer Gesellschaft heute so wichtig ist. Auch Petra Lüdemann hat mit ihrer Familie an einem der Tische am Grabbeplatz Platz genommen. Lüdemann findet solche Initiativen wichtig, weil man heutzutage oft das Gefühl habe, nichts verändern zu können: „Wenn ich heute die Nachrichten schaue, dann habe ich den Eindruck, nichts tun zu können, um die Welt besser zu machen. Deshalb finde ich es wichtig, seine Stimme für die Dinge zu erheben, die einem etwas bedeuten. Diese Aktion animiert Menschen dazu, aufeinander zuzugehen und sich zuzuhören, anstatt sich gegenseitig als fremd wahrzunehmen.“

Von der „offenen Gesellschaft“ erhält sie regelmäßig Post mit Artikeln oder Buchempfehlungen über die Entwicklungen in der Gesellschaft, die zum Denken anregen. Lüdemann ist der Meinung, man müsse sich mit anderen Menschen beschäftigen, um zu verstehen, welche Gedanken sie bewegen. „Durch Begegnungen mit Menschen erweitert sich dein Horizont. Und das ist ein wichtiger und richtiger Weg“, sagt die junge Mutter aus Düsseldorf.

Auch Diakoniepfarrer Thorsten Nolting, der die Initiative unterstützt, sieht in ihr die Gelegenheit, ein Zeichen zu setzen: „Wir wollen zeigen, dass die Menschen, die eine solche Gesellschaft wollen und sie schätzen, in der Mehrheit sind.“ Aus diesem Grund unterstützen auch das Schauspielhaus und das Tanzhaus NRW das Projekt. Sie sehen in ihrer Kunst einen Ausdruck eben dieser Offenheit.

Bettina Masuch, die Indentantin des Tanzhauses, sagt: „Der Zeitgenössische Tanz ist eine inklusive Kunst, die Nationalitäten, Tanzstile und -ästhetiken und Menschen mit unterschiedlichen tänzerischen Fähigkeiten verbindet. Für diese Offenheit stehen wir auch als Tanzhaus NRW.“

Oberbürgermeister Thomas Geisel findet, dass Düsseldorf die richtigen Zeichen setzt, wenn es um Offenheit und Toleranz geht: „Was diese Initiative vertritt, ist eine weltoffene, zivilisierte und im besten Sinne bürgerliche Gesellschaft. Deshalb ist es gut, Präsenz zu zeigen. Düsseldorf ist dazu besonders berufen, da wir mit unserem Umgang mit der Flüchtlingskrise gezeigt haben, dass die Bürgerschaft über Partei- und Konfessionsgrenzen, berufliche und kulturelle Grenzen hinweg an einem Strang gezogen hat. Und das macht die offene Gesellschaft aus.

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