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In Düsseldorf öffnen die Ämter Schritt für Schritt

Bürgerservice der Stadt Düsseldorf : Stadt fährt vorsichtig ihre Ämter wieder hoch

Das Sagen in Corona-Zeiten hat aber weiter der Krisenstab. Deshalb öffnet das größte Dienstleistungszentrum erst Ende Juni.

Mitte März waren plötzlich alle städtischen Ämter zu. Wegen Corona. „Da haben wir uns alle geschüttelt und gefragt: Wie soll das funktionieren?“, sagt Harald Wehle, der Leiter des Amtes für Einwohnerwesen. Nun, es ging dann irgendwie – für Beamte und Bürger. Schritt für Schritt boten auch die publikumsintensiven Behörden wieder Dienstleistungen an, erst nur digital, dann langsam auch wieder im persönlich-direkten Kontakt.

„Oberste Priorität hatte dabei immer der Gesundheitsschutz unserer Mitarbeiter und der Bürger“, sagt Hauptamtsleiter Stefan Ferber, der die personelle Umstrukturierung in der Stadtverwaltung organisierte. Also Personal dort abzog, wo wegen des Lockdowns keine Arbeit mehr anfiel, und dort aufstockte, wo jetzt viel zu tun war. So wechselten zum Beispiel Kollegen aus den Stadtbüchereien an die Corona-Hotline, weil sie, so Ferber, viel Kompetenz in  Sachen Kundengespräche haben.

Noch sitzen die Hotline-Mitarbeiter im zentralen Einwohnermeldeamt  an der Willi-Becker-Allee, das deshalb weiterhin für die Öffentlichkeit geschlossen ist. „Ende Juni aber öffnen wir dort wieder alle 32 Serviceplätze“, verspricht Wehle. Warum nicht früher? „Weil der Krisenstab der Corona-Hotline derzeit noch eine  höhere Priorität einräumt, da stehe ich voll hinter“, sagt Ferber.

Immerhin: Sechs Bürgerbüros in Stadtteilen sind wieder offen (Benrath, Bilk, Eller, Kaiserswerth, Oberkassel, Rath). Auch das Standesamt war stets besetzt und im eingeschränkten Einsatz. Selbiges gilt für das am meisten besuchte Amt überhaupt, die Kfz-Zulassungsstelle am Höherweg. Hier hat die Stadt mit einem privaten Ordnungsdienst und etlichen Vorkehrungen von der Wegeführung bis zu trennenden  Plexiglasscheiben einen ordentlichen Betrieb ans Laufen gebracht, auch wenn erst acht Schalter geöffnet sind. Ausdrücklich verweist Wehle noch einmal auf die Online-Terminreservierung: „Es ist unnötig, dass sich Menschen hier um sechs Uhr früh  in die Schlange stellen, wenn sie um 12 einen fixen Termin haben könnten.“

Da geht es um eingefahrenes, manchmal irrationales Verhalten, das sich ändern muss. „Und wird“, ist Ferber sicher: „Auch die Stadtverwaltung wird nicht mehr so arbeiten wie vor Corona. Die Krise gibt der Digitalisierung einen enormen Schub,  den sollten wir mitnehmen.“