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In Düsseldorf können nicht viele Schüler zurückkehren

Corona-Beschränkungen : Schulen in Düsseldorf: Normalbetrieb ist nicht in Sicht

Die Kapazitäten an den Düsseldorfer Schulen unter Corona-Bedingungen reichen nur für ein bis zwei Jahrgänge.

Die Düsseldorfer Schulgemeinschaft blickt der kommenden Woche skeptisch entgegen. Sowohl bei den Schulen selbst, als auch beim Schulträger Stadt sieht man es als praktisch unmöglich an, dass jetzt schon wieder viele Schüler aus mehreren Jahrgängen in den Präsenz-Unterricht zurückkehren getreu dem Wunsch der Deutschen Kultusministerkonferenz, dass trotz der Corona-Beschränkungen alle Schüler vor den Sommerferien zumindest tageweise ihre Schule besuchen. Stadtdirektor Burkhard Hintzsche machte im Schulausschuss klar, dass alle Schulen sehr schnell an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen: „Unter den derzeit geltenden Abstands- und Hygieneregelungen ist neben den Abschlussklassen vielleicht noch ein oder zwei Jahrgänge drin, mehr sicher nicht“, sagte Hintzsche.

Der Schuldezernent versicherte zugleich, dass die Stadt Schulen auf Wunsch Atemschutzmasken zur Verfügung stelle, obwohl das Land keine Maskenpflicht an Schulen eingeführt habe. Am Albrecht-Dürer-Berufskolleg besteht bereits zumindest außerhalb der Klassenräume eine Maskenpflicht, sagte der Leiter Jochen Schriever, zugleich Sprecher aller Kollegs in Düsseldorf. Denn anders seien die Vorschriften auf den Gängen und Fluren überhaupt nicht einzuhalten.

Manche Schulen fahren einen Drei-Schicht-Betrieb

Die Sprecher aller Schulformen in Düsseldorf bestätigten, dass eine Rückkehr gleich mehrerer Jahrgangsstufen organisatorisch nicht möglich ist. Und das heißt: Wann, wie und wo die Schüler der Jahrgangsstufen 5,6,7, 8 und 9 wieder in die Klassenzimmer kommen und ihre Mitschüler wiedersehen können, ist noch völlig unklar.

Bei den Grundschulen, an die ab Donnerstag zunächst die Viertklässler zurückkehren, kommen fast 800 Kinder in der Notbetreuung noch hinzu. Das NRW-Schulministerium wollte zunächst dann ab 11. Mai in einem „rollierenden“ System, dass tageweise und abwechselnd auch die Kinder aus den Stufen eins bis drei in die Schulen kommen. Doch das Modell zog Ministerpräsident Armin Laschet zur Verwirrung vieler wieder zurück und will nun erst nach der Konferenz der Ministerpräsidenten am 6. Mai das Konzept für die Schulöffnung mitteilen.

Besonders eng wird es auch an den Berufskollegs, weil die einen hohen Anteil an Prüflingen aufweisen. Ähnliches gilt für die Gesamtschulen, denn die haben gleich zwei Abschlussjahrgänge zu unterrichten (Stufe 10 und Q2). Regine Brochhagen-Klein (Beuys-Gesamtschule): „Außerdem haben wir in der Regel große, volle Klassen, deshalb müssen wir die Schüler im Drei-Schicht-Betrieb unterrichten.“

Mit einer Schicht weniger kommt Peter Labouvie, Leiter des „Kobi“-Gymnasums in Urdenbach, noch aus: Der Wiedereinstieg der Abiturienten habe problemlos funktioniert mit maximal 12 Schülern je Raum. Der Sprecher der Gymnasien wies darauf hin, dass schon aus schulrechtlichen Gründen auch die Q1 Schritt für Schritt einbezogen werden müsse, da dort abiturrelevante Klausuren (Zulassung) anstehen. Dann aber sei das Ende der Fahnenstange praktisch schon erreicht. Labouvie riet auch dringend davon ab, den Fokus vor den Sommerferien darauf zu richten, dass möglichst viele Schüler aus allen Stufen noch einmal in ihre Schule können. „Viel wichtiger wäre, dass alle Energie in die Vorbereitung des nächsten Schuljahres geht“, sagte Labouvie.

Denn wie ab Mitte August ein weitgehend regulärer Schulbetrieb für das nächste Schuljahr anlaufen soll, ganz zu schweigen von einem Vollbetrieb mit allen 80 000 Düsseldorfer Schülern, ist in der Tat überhaupt noch nicht absehbar.