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In der Tonnengarde geht die Sonne auf

In der Tonnengarde geht die Sonne auf

Große und kleine Tonnenbauern zeigen perfekte Kür.

Neue Töne gab es bei der Bauernkürung der Tonnengarde in der Aula des Comenius-Gymnasiums. Sie kamen von den Kinderbauern Orfeo und Fausta, die neben dem deutschen auch den italienischen Pass haben. Weil in Italien die Sonne viel häufiger lacht als im Rheinland, spendierten sie den Kinderorden als flammende Sonne in den italienischen Nationalfarben, die zugleich die hiesigen Landesfarben sind. Wie nebenbei hielten sie einen deutsch-italienischen Crash-Kurs ab, und das Publikum lernte, dass Zoccoli die Klompen und Medaglia die Medaillen sind.

Während Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) sofort mit den Kindern Italienisch parlierte, hielten die Zuhörer im Saal, unter ihnen fast die gesamte CDU-Spitze, den Atem an. Denn Wolfgang Trepper fragte in seiner Büttenrede über den Köpfen der Mandatsträger hinweg, ob man wirklich eine neue Regierung brauche. Er gab sich selbst die Antwort: „Bleibt doch weg. Der Laden läuft auch ohne Euch.“

Fortuna-Chef Robert Schäfer hörte genau zu, als es um die Schiedsrichter, Assistenten, Beobachter, Video- und Supervisoren ging, denn seine Fußballer hoffen auf den Aufstieg in die Bundesliga. Damit dies nicht allzu ernst geschieht, lud er die kleinen wie die großen Narren ein. Das Tonnenbauernpaar wird beim letzten Saison-Heimspiel die Daumen in der Arena drücken. Bis dahin werden auch alle Spieler ihre Unterschrift auf das neue Trikot des Tonnenbauern Christoph Gollak gesetzt haben, der selbst Vereinsmitglied ist.

Christoph wie seine Bäuerin Anne Erning agierten auf der Bühne, als hätten sie ihr Leben lang Karneval gemacht. Als Anne die närrische Pritsche erhielt, jubelte der ganze Saal, so viele Fans hatte sie mitgebracht. Sie zog sich denn auch prompt die Holzschuhe aus, schlüpfte in High Heels und sah in ihrem dunkelblauen Seidenrock aus, als werde sie gleich im Konzertsaal auftreten. Mit ihrem Christoph gab sie ein tolles Gesangsduo, als bewerbe sie sich schon für die nächste Venetia.

In der großen wie der kleinen Garde stecken viele Talente, die Spagat und Hebefiguren perfekt beherrschen. Robbi, der einzige Junge in der weiblichen Riege, leistete Schwerstarbeit. Ein bisschen sauer war die Garde jedoch, als mitten in ihrem Auftritt die Musik aufhörte. Zum Trost für ein halbjähriges Training setzte sie beim Da Capo wieder ein.