Im Klinke-Bogen ist die Miete niedrig

Im Klinke-Bogen ist die Miete niedrig

An der Unterrather Straße zahlen Mieter bei der Wogedo nur 9,20 Euro je Quadratmeter.

Die Diskussion um den Abriss denkmalgeschützter Wohnbauten an der Unterrather Straße im Umfeld der Klinke war heftig. Denn schöne, alte Gebäude vom Anfang des letzten Jahrhunderts sollten mitsamt den markanten Staffelgiebeln und dem bogenförmigen Verlauf der Baukörper abgerissen werden. Nun aber, da 59 Mietparteien in die Neubauten gezogen sind, herrscht eitel Freude. Der neue Klinkerbogen erinnert an den alten. Mitsamt den historischen Bauelementen aus echtem Klinker und Stufengiebel konnte das gesamte Viertel unweit vom Klinkeplatz aufgewertet werden.

Die genossenschaftlich betriebene Wogedo als Bauherrin hatte es sich nicht leicht gemacht. 2013 gab es einen Wettbewerb, wobei Vertreter aus Politik und Planungsamt in der Jury saßen. Den Zuschlag bekam der Frankfurter Architekt Stefan Forster, der hinter den scheinbar alten Fassaden eine neue Infrastruktur schuf, die heutigen Ansprüchen entspricht.

Forsters Architekturbüro gelang es zugleich, einen beispielhaft niedrigen Mietspiegel zu halten. Oberbürgermeister Thomas Geisel lobte daher bei der Einweihung die Wogedo für einen Wohnraum „für Normalverdiener“.

Rund 17,5 Millionen Euro steckte die Firma aus Düsseldorf in die sechs Wohn- und zwei Stadthäuser an der Unterrather Straße 27 bis 41, Ecke Hofershofstraße 1a. Entstanden ist ein Mix aus 59 Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen mit Größen zwischen 50 und 130 Quadratmetern. Auch die Stadthäuser verfügen über nur jeweils 119 Quadratmeter Wohnfläche. Sie entsprechen damit den Bedürfnissen der Allgemeinheit.

Geradezu beispielhaft ist der Mietpreis von 9,20 Euro je Quadratmeter, also 65 Cent unter der in Düsseldorf üblichen Messlatte für preisgedämpftes Wohnen. Vorstandssprecher Andreas Vondran sprach den Zuhörern bei der Einweihung aus dem Herzen, als er sagte: „Das Letzte, was die Stadt Düsseldorf braucht, sind mehr überteuerte Neubauprojekte mit Mieten über zwölf Euro pro Quadratmeter.“

Entstanden sind nicht etwa spartanische Zellen, sondern komfortable Wohneinheiten. Sie haben Loggien oder Terrassen, elektrische Rollläden, Fußbodenheizung und eine solarbetriebene Warmwasser-Aufbereitungsanlage. Damit noch nicht genug, verspricht Vondran, diese Preispolitik in den kommenden Jahren in weiteren Bauprojekten fortzusetzen. Man werde dabei mit der Stadt Düsseldorf zusammenarbeiten.

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