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Im Juni startet große Corona-Studie in den Düsseldorfer Kitas

Gesundheit : Corona: Im Juni startet große Studie in den Düsseldorfer Kitas

Die Untersuchung soll klären, wie groß die Rolle von Kindern bei der Verbreitung des Corona-Virus ist.

In der vergangenen Woche hatte Joachim Stamp, Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration NRW, angekündigt, dass ab dem 8. Juni alle Kinder im sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb wieder in die Kitas zurückkehren dürfen. In Düsseldorf wird die Öffnung der Einrichtungen von einer Studie des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD), des Gesundheitsamtes und des Jugendamtes begleitet. Sie soll Erkenntnisse darüber liefern, wie bei Kindern die Übertragung des Coronavirus funktioniert. Ziel ist es, mit Hilfe der Tests Neuinfektionen schneller zu finden und Ansteckungen zu reduzieren. Wichtige Fragen und Antowrten zum Ablauf im Überblick:

Wie viele Kinder werden getestet und wie werden sie ausgewählt? Insgesamt sollen 5000 Kita-Kinder an der Studie teilnehmen sowie alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die mitmachen möchten. Dazu wurden alle 365 Tageseinrichtungen für Kinder in Düsseldorf angeschrieben und gebeten, die Informationen an die Eltern von rund 23 000 Kita-Kindern weiterzugeben. Wenn sich mehr Teilnehmer als benötigt melden, wird bei der Auswahl die Anzahl der Teilnehmer pro Einrichtungen eine Rolle spielen. „Je mehr Teilnehmer in einer Einrichtung mitmachen, desto aussagekräftiger sind die Studienergebnisse“, heißt es in einer gemeinsamen Antwort des Gesundheits- und Jugendamtes sowie des Instituts für Virologie der Universitätsklinik.

Wie wird der Test ablaufen? Zunächst wird die Tageseinrichtung den Namen, die Adresse und das Geburtstag des Kindes erfassen. Das Institut für Virologie der Uni Düsseldorf speichert die Daten und verwendet sie zur Vorbereitung des Testpakets. Das Paket enthält insgesamt acht Probengefäße mit Schraubverschluss und Informationen zu Probenentnahme. Die Gefäße sind mit Namen und einem Barcode versehen, um sie eindeutig zuzuordnen. Die Eltern erhalten das Testpaket von der Kita. Ab dem 10. Juni werden dann vier Wochen lang Speichelproben von den Kindern und dem Kita-Personal eingesammelt. Dazu müssen die Kinder zweimal pro Woche zu Hause morgens nach dem Aufstehen mit einem kleinen Schluck Wasser den Mund ausspülen und in ein Probengefäß spucken. Die Eltern geben die Probe in der Kita dann wieder ab und werden in der Regel innerhalb der nächsten zwei bis drei Tage über das Ergebnis informiert.

Warum sollte ein Kind an der Studie teilnehmen? Während des Studienzeitraums haben Eltern den Vorteil, zweimal wöchentlich zu erfahren, ob ihr Kind weiterhin negativ auf das Coronavirus getestet wird. Die regelmäßigen Tests sollen helfen, Neuinfektionen schneller zu finden und Ansteckungen zu reduzieren. Ziel der Studie ist es, besser zu verstehen, wie oft Kinder infiziert werden und wie ansteckend sie sind – auch wenn sie selbst häufig keine Symptome zeigen. Die Hoffnung ist, dass die wissenschaftliche Auswertung neue Erkenntnisse über die Bedeutung von Infektionen bei Kindern liefert. Wissenschaftliche Ergebnisse sind für Juli vorgesehen und sollen als Grundlage für zukünftige Maßnahmen im Umgang mit der Pandemie dienen.

Was passiert, wenn ein Kind positiv getestet wird? Im Falle eines positiven Testergebnisses wird genauso verfahren, wie sonst auch: Das Gesundheitsamt ordnet eine Quarantäne für das betroffene Kind an und ermittelt Kontaktpersonen. Den Kontaktpersonen aus dem häuslichen Umfeld wird eine Untersuchung auf das Coronavirus angeboten. Das Kind kann die Tageseinrichtung erst wieder nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt besuchen. Es ist außerdem geplant, bei allen nachgewiesenen SARS-CoV-2-Proben die Erbinformation des Virus zu entschlüsseln. Dadurch können Übertragungen nachverfolgt und Zusammenhänge zwischen verschiedenen Infektionen aufgeschlüsselt werden.

Was passiert mit den Daten der Studienteilnehmer? Die gespeicherten Daten der Teilnehmer werden nach Abschluss der Studie vernichtet, genauso wie die gesammelten Proben. Positive Testergebnisse müssen hingegen dokumentiert werden.