Düsseldorf: Im Hundehotel macht auch Bello mal Urlaub

Düsseldorf: Im Hundehotel macht auch Bello mal Urlaub

Wer besonders brav ist, der darf sogar mit ins Bett: In Ursula Löckenhoffs Hotel „Bene Bello“ leben Gästehunde mit im Familienverbund.

Düsseldorf. Rein in die Weste, ab in den Pool. Nahla liebt es nass und quietschig. Die 13-jährige Whippet-Hündin jagt im Swimmingpool von Ursula Löckenhoff ihrem heißgeliebten Donut-Spielzeug hinterher. Die Kumpels Perle und Lola gucken beeindruckt vom Beckenrand zu.

Nahla macht Urlaub im Hundehotel „Bene Bello“, genau wie Lola, die quirlige französische Bulldogge. Urlaub? Hund? Richtig gelesen! Gemeinsam mit rund acht anderen Vierbeinern verbringen die beiden ihre Ferien im Haus von Ursula Löckenhoff.

„Bene Bello“: Hier ist der Name Programm. Ein paar Schnüffel-Runden im großen Garten drehen, einen ausgiebigen „Dog Walk“ durch den Wald veranstalten, zu Hause dann ein köstliches Leckerchen-Picknick einnehmen, danach ein sanftes Schläfchen im weichen Körbchen abhalten und anschließend von Gast-Mami Ursula Löckenhoff eine Runde intensiv hinter den Öhrchen gekrault werden. Hach, was für ein herrliches Hundeleben!

Seit 7 Jahren betreibt die Hunde-Pysiotherapeutin im Stadtteil Gerresheim ihr liebevolles Domizil für Hunde. Ein Paradies für die Tiere, ein Traum für die Besitzer, die ihre Lieblinge tage- aber auch wochenweise in guten Händen wissen wollen. Schließlich soll es doch auch dem Hund gut gehen, wenn Herrchen und Frauchen in die Ferne fliegen. „Die Gast-Hunde gehören bei uns zur Familie. Sie nehmen an unserem Alltag teil, leben mit uns in unserem Zuhause. Die Besitzer machen Urlaub, der Hund auch“, erzählt Löckenhoff.

Begonnen hat alles mit dem Tierschutz: 2006 gründete sie den Verein „Galgo-Hilfe“ und vermittelte spanische Windhunde. Auch heute noch wohnt immer ein geretteter Hund bei ihr, den sie in liebevolle Hände vermittelt - So wie aktuell Hündin Perle.

Wie es sich für ein richtiges Hotel gehört, gibt es auch im „Bene Bello“ Zeiten und Regeln. Check-in und Check-out: Zwischen zehn und elf Uhr. Eine „tierische“ Regel: „Nicht bellen, wenn es klingelt!“ und „Wir nehmen Rücksicht auf die Bedürfnisse des Anderen“. Wir: Damit sind Mensch und Hund gemeint.

Wer zu Gast ist im Hundehotel, dem fällt vor allem eines schnell auf: die gesittete Ordnung in all dem vierbeinigen Chaos. Ursula Löckenhoff legt Wert auf natürliche Möglichkeiten der Kommunikation, ganz ohne Dressur und Konditionierung. Das funktioniert! „Auch im Stadtalltag kann ein Hund einfach Hund sein und uns glücklich folgen, egal ob Tierschutz oder Rassehund und ganz gleich mit welcher Vorgeschichte“, betont sie.

Und falls dann doch gebellt wird, wenn der Postbote klingelt, dann drückt sie ein Auge zu. Ist ja schließlich Urlaub, da darf auch Hund mal über die Stränge schlagen.

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