Im Düsseldorfer Wildpark gibt es jetzt eine neue Waldschule

Grafenberg : Im Wildpark gibt es eine neue Waldschule

Nach etwa 15 Monaten Bauzeit kann das neue Gebäude genutzt werden. Neu sind auch zwei Waldklassenzimmer, ein Amphibienteich soll folgen.

Das Material steht im Schrank, die Tische sind angeordnet, bunte Rucksäcke warten darauf, befüllt und geschultert zu werden. Die neue Waldschule im Wildpark in Grafenberg ist eröffnet und freut sich auf viele Besucher, die hier viel neues über Natur, Wald und Umwelt lernen können.

Der Spatenstich war im vergangenen April - etwas länger als geplant, nach etwa 15 Monaten wurde sie nun fertiggestellt. Und macht alle Beteiligten von Stadt, Stiftern, Freundeskreis stolz. „Mit dem Neubau der Waldschule ist es gelungen, architektonische Formen und funktionale Aspekte unter Berücksichtigung der natürlichen Umgebung des Wildparks in Einklang zu bringen“, sagte Stadtkämmerin Dorothée Schneider, die findet, dass die insgesamt etwa 2,3 Millionen Euro - mehr als die ursprünglich angesetzten 1,4 Millionen - gut investiert sind.

Die Waldschule ist barrierefrei zugänglich. Unter einem gemeinsamen Dach, das oben begrünt ist, haben zwei getrennte Gebäude Platz. Das eine davon ist öffentlich - mit Toiletten und Wickelraum. Das andere ist der Schulungs- und Veranstaltungsraum, der sich durch mobile Trennwände auch zweiteilen lässt. An einer Seite des Raumes ist eine große Glasfront, sodass die Waldschüler einen freien Blick ins Grün haben. Draußen soll noch ein Amphibienteich entstehen.

Zum Tal hin liegen die Schulungsräume mit großer Fensterfront. Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/David Young

In den Schränken an den anderen Wänden sind Boxen mit Material. „Die sind nach Themengebieten zusammengestellt“, sagt Björn Porsche, Leiter des Wildparks. Zum Thema „Wald und Boden“ zum Beispiel sind dann Becherlupen und ähnliches. Auch große Bildschirme gibt es, auf denen das Gelernte medial auf- und nachbereitet werden kann.

Der Unterricht soll aber nicht nur in dem Gebäude stattfinden. Für die Schüler hängen Rucksäcke bereit, außerdem ein Bollerwagen, um sich auch in den Wald aufmachen zu können. Dort haben die Forstwirte zwei Waldklassenzimmer eingerichtet. Auf kleinen Lichtungen steht ein großer Holztisch mit Bänken, sodass im Sommer bei schönem Wetter das Lernen schnell nach draußen verlegt werden kann.

Die Waldschule wurde nach der neuesten Energieeinsparverordnung hergestellt. Es gibt einen Pelletofen in Verbindung mit einem Heizungs-Pufferspeicher. Regenwasser wird vom Dach abgeleitet und gesammelt, sodass es zumindest zum Teil für die Bewässerung der Grünanlage genutzt werden kann. Außen sind die Gebäude mit Douglasienholzpaneelen verkleidet - die mögen die Tiere, knabbern sie aber nicht an. „Da ist viel umgesetzt, wo wir auch mit anderen neuen Gebäuden im Stadtgebiet hin wollen“, sagt Schneider.

Neben dem Bau wurde auch ein pädagogisches Konzept für die Waldschule erarbeitet. In den nächsten Monaten und Jahren sollen so die Schulungsangebote immer weiter ausgebaut werden – bis zu 400 Einheiten jährlich für Schulen und Kitas und zusätzlich ein buntes Veranstaltungsprogramm. Sodass „auch Stadtkinder hier die Natur kennenlernen können“, wie OB Thomas Geisel bei der Eröffnung betonte.

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