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Düsseldorf: Im Drachenboot sind alle gleich

Düsseldorf : Im Drachenboot sind alle gleich

Neben der schnellsten Zeit ging es bei der Drachenboot-Regatta diesmal auch um Hilfsprojekte für Flüchtlinge und Obdachlose.

Düsseldorf. Bei der 20. Auflage des Drachenbootrennens im Medienhafen stand am gestrigen Sonntag nicht wie sonst das soziale Engagement eines Unternehmens, sondern eine Hilfsorganisation im Fokus. „Ein Sponsor hat im Vorfeld abgesagt, wir sind eingesprungen“, erklärte Franziskanerbruder Peter Amendt, Leiter der Initiative „vision:teilen“.

Neben dem sportlichen Wettbewerb gab es für Teilnehmer und Besucher viele Möglichkeiten, die Arbeit der Hilfsorganisation zu unterstützen. So konnten alte Fahrräder, die nicht mehr gebraucht werden, bei der Veranstaltung abgegeben werden. „Die Räder werden repariert und anschließend an Flüchtlinge weitergegeben“, sagte Bruder Peter Amendt. Zwar kamen am Sonntag nur eine Handvoll Fahrräder zusammen, generell war die Resonanz auf die Aktion sehr gut. „In den letzten eineinhalb Monaten haben wir 300 Fahrräder gespendet bekommen.“

Bei der Regatta paddelten den ganzen Tag über 450 Teilnehmer in 15 Teams um die Wette, lautstark unterstützt von vielen Zuschauern auf der Hafenbrücke. Auch das aktuelle Prinzenpaar, Hanno Steiger und Sara Flötmeyer, stellte sich dem Wettbewerb. Es bildete zusammen mit Flüchtlingen, anderen in Not geratenen Menschen und Sozialarbeitern ein Team, um den Gedanken des Wettbewerbs zu unterstreichen: „Wir sitzen alle im selben Boot“.

Die Stimmung war nicht nur bei den siegreichen Teams gut. „So ein Event stärkt den Zusammenhalt unter den Mitarbeitern und macht tierisch Spaß. Auch wenn man wie wir gerade als Letzter durchs Ziel gekommen ist“, sagte Sebastian Herzog, Geschäftsführer von Herzog Systemtechnik. „Zudem ist es schön zu sehen, wie manche, die im Betrieb eher zurückhaltend sind, hier richtig aus sich raus kommen.“ Für einen Tag werden da auch mal die Rollen zwischen Chef und Mitarbeitern getauscht. „Eine Angestellte, die vorne im Boot die Trommel schlägt, hat vorher um Erlaubnis gefragt, ob sie mich anbrüllen darf. Natürlich durfte sie“, sagte Herzog.

Veranstalter Jan Wiebusch von der Eventagentur AEM-Solution betonte, wie wichtig soziales Engagement für viele Firmen geworden ist. „Die Kunden achten viel stärker als früher nicht nur darauf, was ein Betrieb leistet. Sondern auch, was er im sozialen Bereich tut.“ Zudem werde so der Zusammenhalt untereinander gestärkt, glaubt Wiebusch, der Unternehmen in Teambildung berät. „Wer nicht auf die soziale Kompetenz der Mitarbeiter achtet, erhöht die Mobbing-Gefahr in der Firma.“