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Im Auftrag ihrer Tollität

Im Auftrag ihrer Tollität

Ein Abend mit dem Düsseldorfer Prinzenpaar: Viele Menschen helfen im Hintergrund.

Düsseldorf. 14 Uhr: Für die Düsseldorfer Venetia beginnt der Tag immer etwas früher als für ihren Prinzen. Schon früh am Nachmittag geht’s zum Friseur und zum Visagisten. Danach fährt Barbara Oxenfort mit Fahrer Heinz Hirsch zum Umziehen nach Hause, wo sie schließlich von ihrem Adjutanten Albert Horhäuser in Empfang genommen wird. "Ich achte immer darauf, dass die Venetia nicht ihren Schmuck oder die Schärpe vergisst, dass das Kleid richtig sitzt und dass das Make-up stimmt. Die Bäckchen sollen immer schön rosig sein", sagt der blau-weisse Prinzgardist.

17.15 Uhr: Prinz Josef I. (Hinkel) und seine Venetia fahren vor dem Brauhaus Goldener Ring am Burgplatz vor. Sie haben im Haus Gantenberg bereits ihren ersten Auftritt absolviert und dabei wieder einmal mit ihrer Spontaneität geglänzt. "Ein älterer Herr hatte sich als Venetia verkleidet und ist mit mir in den Saal eingezogen. So konnten wir zeigen, wie schnell man im Karneval altert", lacht Josef Hinkel.

18 Uhr: Bevor es weiter geht, fährt die Kolonne nun um 18 Uhr das Restaurant "Op dr Eck" an, wo der Tisch schon für das hoheitliche Abendessen gedeckt ist und Zander und Senfrostbraten auf die Tollitäten warten. Doch zuerst wird den beiden von ihren Adjutanten der weiße Schlabberlatz angelegt. "Bei solch vielen Auftritten müssen wir als Team perfekt zusammenarbeiten, da muss jeder Griff sitzen", sagt Marc Frankenhauser.

19.15 Uhr: Die Kolonne setzt sich durch die engen Altstadtgassen zum Brauhaus "Zum Schlüssel" in Bewegung. Die Blicke der Passanten sind dabei den Narren gewiss. Das, was da im Schritttempo mit der Standarte auf der Motorhaube vorwärts rollt, gleicht fast einem Staatsbesuch. Im Brauhaus wird es richtig eng. Doch Prinz Josef I. findet immer noch Platz und Zeit für ein Bützchen oder einen Prinzenorden. Rund tausend Stück hat er schon vergeben, und jetzt macht der Bäckermeister einen Köbes glücklich.

20.30 Uhr: Gerade noch pünktlich erreicht er mit seinen Gardisten die Messe. Dort gibt es allerdings ein Problem, denn der angefahrene Eingang ist verschlossen. Doch kurze Zeit später stehen die Hostessen an der Tür und führen das Prinzenpaar zum Auftritt.

21.40 Uhr: Profis im jecken Treiben sind die Gäste beim Amazonencorps in der Rheinterrasse, wo der vorletzte Auftritt des Abends ansteht. Um bei den trendbewussten Damen bestehen zu können, wird der Venetia von Heinz Hirsch jetzt ihr edler, dunkelblauer Kürungsmantel gereicht, mit dem sie stolz über den Laufsteg schreitet, während sich ihre bessere Hälfte mit selbst verfassten Reimen um die Gunst des Publikums bemüht.

22.20 Uhr: Beim letzten Aufzug gibt es Prinzen gleich in 103-facher Ausfertigung. Denn beim Prinzenpaartreffen im Landtag ist die geballte Macht der Narrenherrscher anwesend. Da tauscht man schon mal kurz Erfahrungen oder auch den einen oder anderen Orden aus, der sofort von den Adjutanten in Empfang genommen wird. Bis zu 250 Stück kommen beim Prinzen und der Venetia in der Session zusammen.

23 Uhr: Für das Prinzenpaar und die Gardisten ist Feierabend. Aber lange schlafen ist zumindest beim Prinzen nicht angesagt. "Dafür sorgen meine vier Kinder, mit denen ich jeden Morgen um 7 Uhr frühstücke. Die sollen ja auch was vom Papa haben", sagt Josef I. und braust mit seiner Limousine nach Hause.

Wache: An den Wochenenden und bei Tagen mit närrischem Spezialprogramm fährt außerdem die Prinzenwache, bestehend aus je zwei rot-weissen und zwei blau-weissen Prinzgardisten. Den Bus der jecken Wache steuert Rolf Förster als elfter Mann im jecken Tross. Geplant werden die Auftritte des Prinzenpaares von Prinzenführer Axel Ahlbrecht, der zum erweiterten Vorstand des Comitees Düsseldorfer Karneval gehört.