IHK: In Düsseldorf boomt nur die Bauwirtschaft

IHK: In Düsseldorf boomt nur die Bauwirtschaft

Die Auftragslage ist gut, in jedem zweiten Betrieb fehlen aber Nachwuchskräfte.

Düsseldorf. Die vielen Baustellen in der Stadt zeigen es nur zu deutlich: Die Bauwirtschaft boomt. Und das seit bereits vier Jahren. „Zähl’ die Kräne vor deinem Fenster und du weißt, wie gut es der Bauwirtschaft geht“, sagt Dieter Porschen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein.

800 Unternehmen verschiedener Branchen zwischen Viersen und Velbert hat die IHK zu Auftragslage, Chancen und Risiken befragt und herausgefunden, dass zumindest die Bauwirtschaft weiterhin im Aufschwung ist. „Unternehmen aus der Bauwirtschaft meldeten bei unserer Befragung die beste Lagebeurteilung. Ihre gute Auftragslage wird von einer Vielzahl von Bauprojekten in der Region getragen, speziell im Wohnungsbau“, erläutert Porschen.

Insgesamt zeige die Konjunkturumfrage aber keine „spektakulären Veränderungen“. „Die Geschäftslage der regionalen Wirtschaft liegt weiterhin auf einem zufriedenstellenden Niveau“, sagt Porschen. Bei der vergangenen Umfrage sei noch eine leichte Abwärtsbewegung zu beobachten gewesen — dies habe sich aber nicht fortgesetzt.

„Die Unternehmen erwarten für die kommenden Monate weder ein dynamisches Wachstum noch einen Abschwung.“ 40,2 Prozent der befragten Düsseldorfer Betriebe bezeichnen ihre Geschäftslage als „gut“, 45,9 Prozent als „befriedigend“ und 13,9 Prozent als „schlecht“. 32,7 Prozent rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage, 14,4 mit einer Verschlechterung und 52,9 mit einer gleichbleibenden Geschäftslage.

Kritisch sehen die befragten Unternehmen die Arbeitskosten — sie werden als Risiko für die Konjukturentwicklung gesehen. „Der neue allgemeine Mindestlohn und hohe Forderungen in den laufenden Tarifrunden sind die Gründe“, erläutert Udo Siepmann, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf. Der Mindestlohn führe bei den Unternehmern außerdem zu Verunsicherungen: „Viele wissen noch nicht, wie beispielsweise Weihnachtsgeld, Kosten- und Logis abgerechnet werden“, sagt Siepmann.

Trotz der guten Umfrageergebnisse bleibt laut IHK jedoch ein Problem: der Fachkräftemangel. „Es gibt nach wie vor zu viele offene Stellen, die nicht adäquat besetzt werden können.“ Das gelte für jeden dritten Betrieb, in der Bauwirtschaft sogar für jeden zweiten Betrieb.

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