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Idee: Olympisches Dorf an der Toulouser Allee in Düsseldorf

Wohnbebauung : Idee: Olympisches Dorf an der Toulouser Allee

Die jungen Mitarbeiter eines großen Architektenbüros haben einen Entwurf mit Gebäuden über den Eisenbahngleisen in Pempelfort vorlegt. Dort könnten erst Olympioniken und später Düsseldorfer wohnen.

Was sieht der Entwurf vor? Ein Olympisches Dorf mitten in der Stadt, aus dem später 5000 Wohnungen werden. Dafür soll die Bahntrasse, die vom Wehrhahn nach Norden führt, überbaut werden. Dies schließt die „Naht“, die sich durch die Innenstadt zieht und bringt die Stadtteile dort näher zusammen. Das Dorf und spätere Wohnquartier soll viel Grün, Sportplätze und Kultureinrichtungen bieten sowie ein Ort für innovative Verkehrskonzepte sein. Es geht dabei ausdrücklich nicht um eine konkrete architektonische Aussage, sondern um eine Vision für eine wachsende Stadt, die Teil einer Olympiabewerbung werden könnte.

Von wem stammt der Entwurf? Vom „Designlab“, einem Team des Düsseldorfer Architekturbüros RKW, in dem sich junge Mitarbeiter mit gesellschaftspolitischen und architektonischen Fragen beschäftigen. Die Ideen aus dem Team sollen als kreativer und gegebenenfalls auch polarisierender Impuls für Diskussionen in der Stadt verstanden werden.

Wie steht es um die Olympiabewerbung? Eine Privatinitiative um den Sportmanager Michael Mronz arbeitet daran, dass sich die Region für die Spiele 2032 bewirbt. Die Wettkämpfe sollen in 14 Städten an Rhein und Ruhr ausgetragen werden. Nachdem deutsche Bewerbungen zuletzt in Bürgerentscheiden durchgefallen waren, setzen Mronz und seine Mitstreiter nun stark darauf, die Bürger von ihrer Vision zu überzeugen. Wenn dies gelingt, könnte in den kommenden Jahren die eigentliche Bewerbung folgen. Bisher entschied das Internationale Olympische Komitee sieben Jahre vor der Austragung über die Vergabe. Diese Frist ist inzwischen nicht mehr bindend. Die Befürworter der Bewerbung rechnen aktuell mit einer Entscheidung 2023.

Wie wird die Idee für das Olympische Dorf bewertet? Marcel Abel, Geschäftsführender Direktor des Immobilienunternehmens JLL, hat den beschriebenen Entwurf beim Neujahrsempfang seines Unternehmens vorgestellt. Aus seiner Sicht profitieren Stadt, Bürger, Politik sowie Investoren und Immobilienwirtschaft von einer Idee wie dieser. Abel argumentiert, dass ein olympisches Dorf nur dort entstehen könne, wo Wohnraummangel herrsche, also in Düsseldorf oder Köln. Der Grund: Eine Investition in ein Dorf, das nach den Spielen wieder verschwinde, sei zu hoch. Deshalb werde, auch im Sinne der Nachhaltigkeit, ein Dorf entstehen, das anschließend als Wohnraum weitergenutzt werde. Genau das sieht der Entwurf des „Designlabs“ vor.

Die Platzierung über den Bahngleisen verbinde die Gebäude zudem direkt mit der Mobilität und können dazu führen, dass dort das Angebot noch intensiver entwickelt werde, als dies bisher mit den Plänen für den RRX vorgehen ist, und eventuell auch neue Verkehrsmittel eingesetzt werden. So könne eine Modellregion für Mobilität entstehen, sagt Abel. Die Spiele bleiben nur einige Wochen, die Infrastruktur aber für Jahrzehnte. Das sei ein wichtiges Argument, um die Bürger von der Olympiabewerbung zu überzeugen.

Viele Gäste des Neujahrsempfangs, darunter Oberbürgermeister Thomas Geisel und viele Investoren, fanden den Vorschlag mindestens interessant.

Welche Alternativen gibt es? Im vergangenen Jahr hatte Geisel die Idee aufgebracht, das Olympische Dorf auf der Fläche der Bergischen Kaserne zu errichten. Dies hat aus zwei Gründen Kritik hervorgerufen: Um die erwartete Zahl der Sportler und Betreuer unterzubringen, sind hohe Gebäude erforderlich, die nicht ins Bild der umliegenden Stadtteile passen. Außerdem gibt es bis jetzt keine Lösung für die Verkehrsprobleme im Düsseldorfer Osten.