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„Ich wünsche mir kleinere Klassen“

„Ich wünsche mir kleinere Klassen“

Die Gemeinschafts- Grundschule Krahnenburgstraße feiert ihr 60-jähriges Bestehen.

Düsseldorf. Die WZ sprach mit Schulleiterin Evelyn Georgi über die Anfänge der Grundschule Krahnenburgstraße vor 60 Jahren und aktuelle Herausforderungen.

Wie sah die Grundschule an der Krahnenburgstraße vor 60 Jahren aus?

Evelyn Georgi: Ich selbst bin erst seit zwei Jahren als Schulleiterin an dieser Schule, aber ich weiß aus sicherer Quelle, nämlich dem Archiv, dass es vor 60 Jahren hier an dieser Stelle in Lichtenbroich einen sehr schlichten Schulbau gab, der 1957 eröffnet wurde. 418 Schüler gingen damals auf diese Schule, die einen evangelischen und einen katholischen Zweig beinhaltete. Es gab eine strenge Trennung innerhalb des Gebäudes zwischen evangelischen und katholischen Schülern. Erst 1976 wurden diese beiden Schulen dann zu einer städtischen Gemeinschaftsgrundschule zusammengeführt.

Wodurch zeichnet sich die Schule heute aus?

Georgi: Wir sind nach wie vor eine große Schule. Wir sind dreizügig mit 300 Schülern und haben zwei Schwerpunkte. Das ist zum einen die Leseförderung: Seit etwa acht Jahren gibt es eine Schülerbibliothek, die Leseburg. Zum anderen haben wir einen Schulgarten, der von Eltern, Lehrern und natürlich den Schülern engagiert gepflegt wrd. Er beeinhaltet Gemüse, Obst, Kräuter und viele Pflanzen. Uns ist es wichtig, den Kindern nachvollziehbar zu machen, dass Kartoffeln im Boden wachsen und nicht aus der Tüte im Supermarkt kommen.

Mit welchen Herausforderungen haben Sie es aktuell im Schulalltag zu tun?

Georgi: In unserem Stadtteil in Randlage war es möglich, in den vergangenen zwei Jahren viele Wohneinheiten für Flüchtlinge zu schaffen. Dementsprechend unterrichten wir seitdem rund 50 Flüchtlingskinder. Das ist natürlich eine Herausforderung für eine Grundschule, aber unser gesamtes Schulteam empfindet sie als durchweg positiv. Es ist toll zu sehen, dass Kinder, die in Deutsch als Zweitsprache unterrichtet wurden, schließlich ein Gymnasium besuchen. Darauf sind wir zurecht stolz. Und auch das Thema Inklusion beschäftigt uns. Auch da sind die Rahmenbedingungen nicht optimal: Es sind zwar Stellen geschaffen, aber einfach zu wenig Lehrer da.

Was würden Sie sich denn für die Zukunft wünschen?

Georgi: Unabhängig von Seiteneinsteigern und Inklusion würde ich mir generell kleinere Klassen wünschen. Heute haben wir bis zu 28 Kinder in einer Klasse, Tendenz steigend. Ich würde mir wünschen, dass es 20 bis 25 sind. Auch mehr Personal und Räume wüsche ich mir. Und außerdem wünsche ich mir, dass das Miteinander zwischen Schule und Elternhaus noch besser wird. Dass die Regeln, die in der Schule aufgestellt werden, auch zu Hause mitgetragen und respektiert werden. Institutionen, die Kinder in Bildung und Erziehung begleiten, müssen zu Hause noch ernster genommen werden.

Wie feiert die Schule das Jubiläum?

Georgi: Wir haben unser regelmäßig stattfindendes Sommerfest anlässlich des Schuljubiläum ausgebaut und mit einer Zirkusprojektwoche verbunden. Eine Woche lang haben wir die Schüler zu Artisten werden lassen und mit ihnen trainiert. In vier Shows zeigen sie dann, was sie gelernt haben. Am Freitag ist die Premiere um 17 Uhr, am Samstag folgen weitere Vorstellungen. Die Nachbarschaft ist herzlich eingeladen, mitzufeiern.