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Düsseldorf: Hunde erhalten den Segen der Kirche

Düsseldorf : Hunde erhalten den Segen der Kirche

Tierbesitzer strömen mit ihren Vierbeinern in die Andreas-Kirche. Sie hoffen auf Gesundheit für ihre Lieben.

Andächtige Ruhe herrscht in der Andreas-Kirche, während Orgelmusik erklingt. Unter den Kirchenbänken sitzen und liegen vor allem Hunde, hecheln leise, manche zittern vor Aufregung oder kuscheln sich eng an ihre Besitzer. Nur manchmal ist das eine oder andere Bellen zu hören. Gestern durften die Vierbeiner ausnahmsweise in die Andreas-Kirche, die Worte und die Musik gelten bei der Tiersegnung ganz ihnen. Ihre Besitzer genießen diese Möglichkeit — verbinden teils auch Hoffnungen damit.

Große und kleine Hunde, alle möglichen Rassen, aber auch ein Kuscheltier, verteilen sich in dem Gotteshaus. Sie vertragen sich meist gut, beschnuppern sich, vor der Kirche spielen sie teils noch miteinander. Doch als die Segnung beginnt, der Pfarrer später durch die Reihen geht und sie mit Weihwasser bespritzt, beruhigen sie sich, blicken gespannt um sich.

„Letztes Jahr habe ich mir den Gottesdienst erst einmal nur angesehen, ganz ohne Hund“, sagt Hannelore Röder. Mit ihrer Tiffany ist sie dieses Jahr jetzt um ersten Mal da — zumindest in der Andreas-Kirche. Sie kennt Tier-Segnungen bereits aus anderen Städten und freut sich, dass die Vierbeiner auch einmal in das Gotteshaus dürfen. „Warum sollen nur Menschen eine Segnung erhalten?“, findet sie.

Die Atmosphäre in der Kirche gefällt ihr sehr gut. „Und tief im Innersten habe ich auch die Hoffnung, dass Tiffany damit ein langes, gesundes und schönes Leben beschert werden könnte.“ Der etwa fünfjährige Hund kommt aus der Tierrettung, er soll es künftig besser haben.

Auch Helga Schoormann hat einen kleinen Funken Hoffnung für ihre Zora. Das neun Jahre alte Tier hat den grauen Star, ist erblindet und dazu noch zuckerkrank. „Ich habe aus der Zeitung von der Segnung erfahren und finde die Idee sehr gut. Ich bin selbst ein gläubiger Mensch und wollte es einmal ausprobieren. Natürlich erwarte ich jetzt nicht, dass Zora nachher wieder sehen kann. Aber die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt — und es tut einfach gut, hier zu sein“, sagt sie.

Ein wenig Hoffnung haben auch Barbara Wegener und Tanja Zech. Die Nachbarinnen sind befreundet — ebenso wie ihre Hunde. Die Vierbeiner sind alle schon etwas älter und teils nicht mehr so fit. „Mein Beagle Lotta ist schon 13 Jahre alt — und sie soll natürlich noch viele gute Jahre vor sich haben“, sagt Tanja Zech. Sie würde sich freuen, wenn die Segnung dabei hilft. „Zudem kennen wir den Pfarrer, das macht die Veranstaltung noch mal zu etwas Besonderem für uns.“

Extra aus Kaarst sind die beiden Freundinnen daher dafür angereist. Wie es in der Kirche konkret ablaufen wird, davon wollten sie sich überraschen lassen.

Andrea Kürten hingegen weiß genau, was sie erwartet. Sie genießt es, mit ihren Vierbeinern dabei zu sein, für sie hat der Termin schon Tradition: Seit vielen Jahren kommt sie mit ihren Hunden. „Es ist sehr nett gemacht und ein gutes Gefühl, dass es einmal direkt um sie geht“, sagt sie. „Tiere sind Geschöpfe Gottes, sie haben mit Sicherheit auch eine Seele.“

Es ist über die Jahre hinweg bereits der vierte Cockerspaniel, den sie mitnehmen kann. Gerade einmal zehn Monate ist Charlie alt — er wird wohl noch häufiger mitkommen. Ebenfalls zu sehen war übrigens auch Dirk Elbers mit seinem schwarzen Mops Miss Marple. „Eine schöne Idee“, findet er.