Horror-Unfall mit drei Toten: Lkw-Fahrer muss ins Gefängnis

Düsseldorf : Horror-Unfall mit drei Toten: Lkw-Fahrer muss ins Gefängnis

Drei Menschen waren auf der A3 ums Leben gekommen. Unter den Opfern war auch der damals 26 Jahre alte Badminton-Star Erik Meijs.

Die Autobahn 3 bei Ratingen sah am 16. November vor zwei Jahren aus wie ein Schlachtfeld. Fast ungebremst war ein Sattelzug auf das Stauende gekracht, hatte einen weiteren Lkw auf fünf Autos geschoben. Drei Menschen kamen bei dem Unfall ums Leben, darunter auch Badminton-Star Erik Meijs, der zu besten Spielern der Welt gehörte. Am Dienstag musste sich der 43-jährige Lkw-Fahrer wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht verantworten. Er muss für zwei Jahre und acht Monate ins Gefängnis.

Mit mehr als 90 Stundenkilometern war der Sattelzug morgens um 7.30 Uhr unterwegs. Obwohl der 43-Jährige die erforderlichen Ruhezeiten eingehalten hatte, sei er möglicherweise in einen Sekundenschlaf gefallen, räumte der Angeklagte ein. An weitere Einzelheiten konnte er sich nicht erinnern. Zunächst war sein Lkw auf einen nicht beladenen Gefahrgut-Transporter aufgefahren, der das Warnblinklicht eingeschaltet hatte. Der wurde mit solcher Wucht auf fünf andere Pkw geschoben, dass diese völllig zerstört wurden. Ein 34-Jähriger starb am Unfallort, Erik Meijs wenige Stunden später im Krankenhaus. Eine 65-Jährige fiel ins Koma und erlag einige Tage später ihren Verletzungen.

Die Eltern von Erik Meijs nahmen als Nebenkläger an dem Prozess teil. „Wir können das bis heute nicht verstehen“, sagte sein Vater während der Verhandlung in einer sehr emotionalen persönlichen Erklärung. Besonders tragisch sei der Tod des 26-Jährigen, weil seine Freundin damals schwanger war: „Thommy wird seinen Vater nie kennen lernen.“ Die Eltern wünschten sich, dass sich der 43-Jährige in seinem Leben immer an den Tag erinnern solle.

Der Angeklagte hatte gleich zu Beginn des Prozesses ein volles Geständnis abgelegt. Er hatte weder Drogen noch Alkohol zu sich genommen und vor dem Start in Richtung Rotterdam neun Stunden geschlafen. Erst kurz vor dem Unfall legte der Kraftfahrer noch die vorgeschriebene Ruhepause ein. „Ich erinnere mich an gar nichts“, antwortete der 43-Jährige auf die Frage des Richters, ob er möglicherweise auf sein Handy geschaut habe.

Nach dem Unfall hat sich der Mann nicht mehr ans Steuer gesetzt und  arbeitet wieder in seinem angelernten Beruf als Klempner. Wegen der schlimmen Folgen des Unfalls kam eine Bewährungsstrafe für das Gericht nicht infrage. Fünf Jahre lang darf er keinen neuen Führerschein machen.