Düsseldorf-Eller: Hoppeditz vom Gertrudisplatz: Weiblicher Schelm mit viel Esprit

Düsseldorf-Eller : Hoppeditz vom Gertrudisplatz: Weiblicher Schelm mit viel Esprit

Der Hoppeditz vom Gertrudisplatz, Ute Ast, beklagte frech und amüsant die Macht der Doofen in der Politik.

Düsseldorf. Ute Ast ist ein Ass. Perfekt und redegewandt, witzig und frech. Als Hoppeditz mit rotem Käppi, Ringelstrümpfen und weiß geschminktem Clowns-Mund leitete sie am Samstag auf dem Gertrudisplatz die fünfte Jahreszeit in Eller ein. Und alle machten mit, die Hötter Jonges und die Jrön-Wisse Jonges, die Kaufleute und Kunden, die Politiker und die Leute aus der Straßenbahn. Sie alle genossen den Augenblick, als die kleine, aber flotte Biene, die neu gewählte Vorsitzende des Veedelszoch Eller in die hölzerne Bütt stieg. „Der Urschrei Humba und Helau befreit sofort vom Seelenstau“, erklärte sie. Und reimte: „Frohsinn holt deine Gesundheit aus dem Keller — das alles wirkt aber nur hier in Eller.“ Das freute natürlich all die vielen Vertreter der Werbegemeinschaft, die denn auch als erste applaudierten.

Sie habe lange überlegt, was sie sagen könne, denn sie wolle ja niemanden „zu doll“ verstimmen. Doch dann legte sie los. Sie startete bei Erdogan, der bei keiner Büttenrede ausgelassen wird: „Gut, wir können dem ja nicht den Mund verbieten, und seine grenzenlose Dummheit ist auch nicht zu besiegen“, tönte sie. „Viel Gerede und noch mehr Versprechen“ gelte aber generell für Politiker.

Der Witz wurde zum Hohn angesichts ihrer Passage über den neuen Präsidenten der USA. Ihre Erklärung: „Da sieht man deutlich, was passiert, wenn sich das Volk nicht für Politik interessiert. Wer die größte Schnauze hat, der wird gewählt, egal, wovon oder worüber der erzählt. Die Macht der Doofen ist zu stark, als dass man sich zu wehren vermag.“

Herrlich ihre Beschreibung der Menschheit in sieben „Typen“. Sie startete beim „Urgestein“, einem Vereinsmeier, der immer schon alles erlebt habe. Der Professor wisse alles. Und wenn er mal nichts wisse, dann wisse er es trotzdem. Der Depressive beklage sich über das Wetter und die Frau. Der Schwadlappen, auch Labertasche oder Quasselstrippe genannt, sei der Erste, der sich freiwillig meldet, und der Einzige, bei dem alle wollen, dass er nix macht.

Typ 5 ist der Närrin zufolge der Koordinator mit dem Masterplan, der Einäugige unter den Blinden. Der Stille hingegen, Typ 6, sei der heimliche Held, der Schlaueste von allen, der Retter aus gefährlichen Situationen. Der Letzte aber sei der Neue, der übereifrig aus Verzweiflung handelt.

Ute Ast zog das Resümee daraus: „Bleibt, wie ihr seid. Und macht euch nicht verrückt. Denn ejal wat kütt, et wöhd jejückt.“

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