Hoppeditz-Erwachen: 5000 Jecken feierten in Düsseldorf

Hoppeditz Tom Bauer kam mit dem E-Scooter zur Sessionseröffnung : Hoppeditz knöpft sich Strack-Zimmermann vor

Die Rede des Hoppeditz war sehr regional. Einige der vielen Politiker im Rathaus liefen schon im Walkampf-Modus.

Da schauten die etwa 5000 Jecken beim Hoppditz-Erwachen um 11.11 Uhr auf dem Marktplatz vor dem Rathaus nicht schlecht. Denn statt dem gewohnten Hoppeditz Tom Bauer öffnete einer seiner Vorgänger, nämlich das Karnevals-Urgestein Hermann Schmitz, das Senftöpfchen. Der Grund war recht simpel. Der „richtige“ Hoppeditz stand auf der Umweltspur im Stau und hatte es nicht rechtzeitig geschafft. Das war natürlich nur ein Spaß, denn wenige Augenblicke später kam Bauer auf einem E-Scooter um die Ecke gerollt. Damit hatte er zwei der wichtigen Themen seiner Rede direkt zu Beginn angesprochen. „Mir ist scheißegal, ob die Rheinbahn heut fährt, oder ob sie verspätet, es stört mich nicht mehr. Ich nutze den Gehweg als Rennstrecke nur, das ist meine eigene Umweltspur.“

Bei diesem Thema kam der OB recht glimpflich davon: „Im Stau steht ganz Düsseldorf jeden Tag nur, wegen dieser bekloppten Umweltspur. Die hat der OB in seiner Not errichten lassen, gegen ein Dieselfahrverbot.“  Allerdings hat der Hoppeditz  einen neuen Beruf erfunden -  den dritten Mann. „Ein neuer Berufszweig ergibt sich sodann – der Umweltspur-Mitfahrer. Zum Mieten für zwei Euro die Fahrt, bitte sehr. Er fährt den ganzen Tag Umweltspur hin und her. Das kannste beim Jahresausgleich absetzen als „Geisel-Ballast-Umweltsteuer“. Abgesehen hatte es der Hoppeditz aber auf Marie-Agnes Strack-Zimmermann. „Die möchte indes hier auf Erden in Düsseldorf OB nun werden. Und packt dafür oh Schreck, oh Graus, die hinterletzte Kacke aus. So wird wie ich’s seh, Sie am Ende bestimmt nicht OB.“

Überregional ging es dem Bundesfinanzminister Olaf Scholz an den Kragen, der gerade mit seiner Idee, reinen Männervereinen die Gemeinnützigkeit abzuerkennen, Schlagzeilen macht. „Ne Bruderschaft hat keine Schwestern. Die gibt es ja auch nicht erst seit gestern. Und meistens haben sie die unterstützt und viel sozial getan was nützt. Und jetzt bringt diese Sozi-Memme so ein Gefüge in die Klemme. Dass Frauen können müssen sein Mitglied im Männergesangsverein? Bei so einem Mumpitz sag ich den Gewalten, bevor man spricht, Gehirn einschalten!“ Allerdings hat Scholz bei diesem Thema selbst bei seinen Parteifreunden keinen Rückhalt. „Das ist nur ein taktisches Manöver, um sich bei der Wahl zum Parteivorsitzenden die Stimmen der Frauen zu sichern. Das kommt in der Groko eh nicht durch“, meinte der SPD-Landtagsabgeordneter Markus Weske im Rathaus.

Der Hoppeditz kam mit einem E-Scooter. Foto: David Young

So mancher Politiker befand sich am Montag allerdings schon mitten im Kommunal-Wahlkampfmodus.

OB Geisel antwortete dem Hoppeditz mit einer kleinen Gegenrede. Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Melanie Zanin

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Stefan Engstfeld und eventueller OB-Kandidat kommentierte die Attacken gegen Strack-Zimmermann süffisant: „Die Rede war toll und mit ganz viel Düsseldorf. Und es war keine Werbung für Strack-Zimmermann. Aber sie hat auch kein Programm. Sie ist nur rückwärtsgewandt und haut nur um sich.“

Marie-Agnes Strack-Zimmermann und die Umweltspur. Auch für den Hoppeditz ein  wichtiges Thema. Foto: Marie-Agnes Strack-Zimmermann

Ihr Konter ließ natürlich nicht auf sich warten: „Der Kollege Engstfeld soll nicht so sensibel sein. Rückwärtsgewandt schauen ist nur eine Frage der Sichtweise.“ Und einen Blick in die Zukunft warf sie auch schon. Ich würde im kommenden Jahr eine schärfere Gegenrede auf dem Balkon halten - als OB.“

Nach dem offiziellen Teil vor dem Rathaus wurde in den Kneipen weiter gefeiert. Foto: Alina Dohmen
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