1. NRW
  2. Düsseldorf

"Holy Craft" Craftbeer-Bar seit zwei Jahren in der Düsseldorfer Altstadt

Kleines Jubiläum : Craftbeer-Bar ist in der Düsseldorfer Altstadt angekommen

Am Freitag feiern Sebastian Knepper und Thorsten Kulmann mit ihrer „Holy Craft Beer Bar“ zweiten Geburtstag.

Wenn der Boden dreckig ist, sei das ein gutes Zeichen, sagt Sebastian Knepper. Und das ist er an diesem Vormittag. Je dreckiger der Boden, desto besser war der Abend. Sebastian Knepper und Thorsten Kulmann sind mit der „Holy Craft Beer Bar“ gut in der Altstadt angekommen. Die Bar ist das Pendant zum „Holy Craft Beer“- Laden an der Friedrichstraße. Den gibt es schon seit 2015 – die Bar feiert am Freitag ihren zweiten Geburtstag.

„Viele Nachbarn haben uns für eine Eintagsfliege gehalten. Langsam nehmen auch die uns ernst“, sagt Knepper. In der Bar an der Liefergasse 11, zwischen alteingesessenen Altstadtwirten, gibt es seit Mai 2017 sogenanntes Craftbeer, also die Biere, die von kleinen Brauereien gebraut werden und bei denen auch gerne mal experimentiert wird. 300 verschiedene Sorten sind seit Eröffnung hier schon über den Tresen gegangen.

„Das Thema ist in Deutschland noch recht klein“, sagt Thorsten Kulmann. Die Deutschen seien Neuem gegenüber wenig aufgeschlossen. Und recht sensibel, was den Preis angeht. „Die Industrie- und Fernsehbiere sind recht günstig. Für ein Craftbeer muss man schon ein bisschen mehr ausgeben“, sagt Knepper. Das können auch mal vier oder fünf Euro für ein Glas oder eine Flasche sein.

Dass sich aber nun doch mehr und mehr Biertrinker für Craftbeer interessieren, liegt am generellen Trend weg von allem, was industriell gefertigt ist und hin zum Nachhaltigen. So haben sie auch schon eine Menge Stammkunden, außerdem wecke ihr Konzept auch oft das Interesse von Touristen und Menschen, die der Arbeit wegen aus dem Ausland nach Düsseldorf gezogen sind und Interesse an einem größeren Spektrum an Bieren haben, als es sonst in der Altstadt zu finden ist.

Die Biere, die es in der Bar gibt, kommen aus der Region, aus Deutschland insgesamt, aus Belgien  und den USA. Und eben, wo den Betreibern sonst ein gutes Bier auffällt. In vielen Fällen haben sie aber auch engen Kontakt zu den Brauereien. Sie haben immer wieder auch ausgefallene Namen, wie „Rest in Peace“, „Alphatier“ oder „Captain Blaubeer“. Die Mitarbeiter hinter der Bar kennen die Sorten gut. „Die finden für jeden das passende Bier“, sagt Knepper. Für Craftbeer-Einsteiger gibt es zum Beispiel einen Probier-„Flight“, auf dem nach Beratung fünf verschiedene Biere zum Probieren serviert werden.

Die beiden Inhaber kommen aus der Systemgastronomie

Mit Laden und Bar haben sich Sebastian Knepper und Thorsten Kulmann einen Traum erfüllt. Beide kommen aus der Systemgastronomie, haben lange an verschiedenen Stationen ihre Brötchen verdient. Irgendwann hatten beide keine Lust mehr, nur für andere zu arbeiten und wollten lieber etwas Eigenes machen. Nach den ersten beiden Jahren im Bargeschäft hoffen sie nun, bald auch schwarze Zahlen zu schreiben. Dass das ein paar Jahre dauert – das wissen die beiden –, ist in der Gastronomie normal. Immerhin mussten sie in den Umbau des Ladens einiges investieren. Die Räume seien in katastrophalem Zustand gewesen.

Pläne für die Zukunft gibt es auch schon. Vielleicht könne man sich noch weiter vergrößern. Ein eigener Tasting-Raum neben dem Hauptraum der Bar fänden beide super. Auch über die Möglichkeit, ein paar kleine Snacks zum Bier anzubieten, denken sie schon nach.

Am Freitag gibt es nun die große Geburtstagsfeier. Ab 17 Uhr geht es los. Vor die Tür kommt ein Foodtruck mit Currywurst, drinnen gibt es Musik von DJ Sascha Pütz – und natürlich jede Menge verschiedene Biere. Der Eintritt ist frei, für 15 Euro kann man sich aber den Bauch voll schlagen und drei von Knepper und Kulmann ausgewählte Biere probieren. „Eigentlich sind wir es nicht gewöhnt, so im Mittelpunkt zu stehen“, sagt Knepper und Kulmann fügt hinzu, dass das auch nicht so richtig zur ganzen Craftbeer-Mentalität passe. Doch so ein Jubiläum will einfach gefeiert werden – mit einem ordentlich dreckigen Boden am Vormittag danach, versteht sich.