Hochseilgarten: Wie Indiana Jones über dem Abgrund

Hochseilgarten: Wie Indiana Jones über dem Abgrund

Eine spannende Tour wird am Unterbacher See geboten. Mitmachen kann, wer gesund und ohne Höhenangst ist.

Düsseldorf. Ein Blick in die Tiefe und ein mulmiges Gefühl macht sich in der Magengegend breit. 11 Meter geht es nach unten, und wenn man hier runter fällt, dann tut das richtig weh, wenn nicht sogar Schlimmeres passiert. Deshalb noch schnell einen Blick auf die Sicherheitshaken, bevor es weiter geht.

Der Hochseilgarten am Unterbacher See ist mächtig gewachsen. „Wir haben auf die Selbstsicherungsstationen einen 250 Meter Seilrutschenparcours und eine zweite Etage aufgesetzt“, erklärt Inhaber Guido Scholz, der die Anlage seit sechs Jahren betreibt.

Es gibt verschiedene Arten des Kletterns. „Man kann es mit dem Ballspiel vergleichen“, erklärt der 41-Jährige. „Auch das hat viele Facetten: Fußball, Handball, Basketball und so weiter. Und ebenso viele Möglichkeiten gibt es auch beim Klettern.“

Sicherheit wird groß geschrieben, und so fragt Scholz jeden seiner Kursteilnehmer: „Hat jemand Epilepsie, Kreislaufbeschwerden oder ist im vierten Monat schwanger?“ Nur wer diese Fragen mit einem Kopfschütteln beantwortet und eine entsprechende Unterschrift abgibt, der darf die Sicherheits—Tragegurte anlegen und sich fertig machen für die Klettertour, die Stunden dauert.

Für Anfänger gibt es auf dem Boden einen kleinen Übungsparcours, in dem die Handgriffe geübt werden und gezeigt wird, wie die Karabinerhaken eingehängt werden. „In der Höhe kann das Stress auslösen, deshalb üben wir das vorher“, so Scholz. Das stimmt, denn trotz eingehängter Sicherheitshaken und der Gewissheit, dass man nicht auf den Boden fallen kann, ist die Angelegenheit eine echte Herausforderung.

In elf Metern Höhe auf der 200 Meter langen Indiana-Jones-Brücke mit Blick nach unten, das ist nichts für Leute mit Höhenangst. „Viele wollen ihre Angst auch bekämpfen und kommen deswegen her, aber in erster Linie soll es Spaß machen“, so Scholz. „Und so eine Rutschpartie über 250 Meter macht eine riesen Gaudi. Hier kommen Abenteuerlustige voll auf ihre Kosten.“

Wunderschön ist auch der Besuch in der gemütlichen Aussichts-Lounge. Am höchsten Punkt der Anlage ist auf zwei Pfählen in zwölf Metern Höhe eine gemütliche Sitzecke eingerichtet worden, von der aus sich ein traumhafter Blick über den See öffnet, kilometerweit kann man von dieser Stelle aus in die Ferne blicken.

Wer allerdings jetzt auf die Idee kommt, sich dort gemütlich mit einer Flasche Wein niederzulassen, um den Sonnenuntergang zu genießen, den muss Guido Scholz enttäuschen: „Alkohol ist hier aus Sicherheitsgründen absolut verboten. Fruchtsäfte sind dagegen erlaubt.“

Mitklettern kann eigentlich jeder, es gibt nur wenige Voraussetzungen: Gesund muss man sein und mindestens 1,30 Meter groß. Termine für Gruppen und Einzelbucher werden auf der Internetseite angeboten.

Fazit: Für Menschen mit Höhenangst ist der Hochseilgarten nur bedingt zu empfehlen. Für Abenteuerlustige bietet er eine tolle Möglichkeit, um einmal vom Alltag zu entspannen. Die tolle Aussicht ist sicherlich einen Besuch wert, und wenn man einmal nach oben geklettert ist, dann ist der Parcours auch nicht mehr besonders anstrengend.

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