Hip-Hop wird 2018 die Nummer eins

Hip-Hop wird 2018 die Nummer eins

Das neue Pop-Jahr ist noch jung, aber schon jetzt ist klar, dass die Mega-Tends der letzten Jahre fortgesetzt werden. Der eine Trend betrifft den Markt mit aufgenommener Musik. Hier zeichnet sich ab, dass in Deutschland erstmals mehr Umsatz mit digitalen als mit physischen Formaten gemacht wird.

Lange waren die Deutschen ihrer CD treu, als die Verkaufszahlen dieses Albumformats anderswo schon komplett eingebrochen waren. Doch in diesem Jahr werden hierzulande voraussichtlich mehr als die Hälfte der Musik nicht als CD oder LP, sondern als Downloads und vor alles Streams über den (virtuellen) Ladentisch gehen.

Der zweite Trend: eine Musikrichtung, die man anfangs für eine Randerscheinung im internationalen Pop-Zirkus sah, schickt sich an die globale Nummer eins zu werden: Hip-Hop. In den USA hat dieses Genre im Jahr 2017 erstmals den Rock vom Thron der meistgehörten -bzw. gekauften Musikrichtungen gestoßen. In Deutschland ist es noch nicht ganz soweit, aber wer sein Ohr am Puls der Zeit hat bzw. darauf schaut, was bei Jugendlichen gerade angesagt ist, weiß, dass auch bei uns Hip-Hop immer größer wird. Musikalisch sind hier Innovationen zu hören, wie sie einem träge gewordenen Rock-Genre leider seit einiger Zeit nicht mehr gelungen sind.

Ein relativ neues Subgenre des Hip-Hop namens Trap macht zudem hierzulande Furore. Als Hörempfehlungen seien zwei Künstler genannt: RIN und Haiyti. Ersterer kommt aus der schwäbischen Provinz, sein Sound und sein Feeling könnten aber auch aus den Tiefen der Bronx stammen. Haiytis Trap ist noch durchgedrehter und aufgekratzter. Ihr gerade erschienenes Album „Montenegro Zero“ ist ein Soundtrack der Generation Berghain, flirrende Hip-Hop-Beats treffen auf Lyrics am Rande des Nervenzusammenbruchs. Ein zukunftsweisender und herausfordernder musikalischer Brocken.

Mehr von Westdeutsche Zeitung