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Hintzsche bleibt acht weitere Jahre Stadtdirektor in Düsseldorf

Stadtrat II : Stadtdirektor Burkhard Hintzsche wird einstimmig für weitere acht Jahre im Amt bestätigt

Der SPD-Mann ist seit 2003 im Amt und bleibt bis 2027 „Multi-Dezernent“ für Soziales, Jugend, Schule und Sport. Geschätzt wird vor allem seine Sachkompetenz. Aber auch, dass er nach wie vor relativ überparteilich agiert.

Kein Dezernent in der Stadtregierung ist so unumstritten und anerkannt wie Burkhard Hintzsche. Insofern ist es nicht erstaunlich, dass der 53-jährige Sozialdemokrat am Donnerstag im Stadtrat bei seiner Wiederwahl alle (!) Stimmen bekommen hat, nicht mal eine Enthaltung gab es. Seit 2003 ist er in Düsseldorf Dezernent, jetzt bleibt er es mindestens bis Ende 2027.

Andererseits ist seine Beliebtheit im Rathaus sehr wohl bemerkenswert, denn Hintzsche ist der mit Abstand dienstälteste Beigeordnete. Es hätte also für die Politik im Rat genügend Gelegenheiten gegeben, sich in den mehr als 15 Jahren über ihn zu ärgern – zumal Hintzsche durchaus Ressorts vorsteht, die heikel sind. Nämlich zum Beispiel den Jugendbereich, wo trotz immenser Investitionen und Anstrengungen der Stadt praktisch seit seinem Amtsantritt immer noch Kita-Plätze fehlen. Oder die Schule, wo auch immer schnell das noch Fehlende gesehen wird und nicht das, was alles (vor allem baulich) geleistet wurde. Und auch als Sportdezernent hat man es gegenüber den vielen Vereinen in der Stadt mit eher anspruchsvollen Partnern zu tun.

Hintzsche hat sich seinen guten Ruf buchstäblich erarbeitet. Seine fachliche Kompetenz beeindruckte stets in allen Sachgebieten: Soziales, Jugend und Wohnen, dann kamen noch Schule und Sport dazu. „Multi-Dezernent“ wurde er oft genannt. Als er 2015 auch zum Stadtdirektor gewählt wurde, konnte er wenigstens den Bereich Wohnen abgeben.

Hintzsche ist öffentlich deutlich sichtbarer geworden

Seitdem Hintzsche (hinter OB Geisel) sozusagen als zweiter Mann im Rathaus fungiert, ist er auch öffentlich noch deutlich sichtbarer geworden. Und politischer. Was nicht heißt: parteipolitischer. Da hat er in den langen Jahren unter den CDU-OBs Erwin und Elbers gelernt, sich zurückzuhalten, was ihm auch nicht allzu schwer gefallen ist. Und auch unter seinem Parteifreund Thomas Geisel agiert Hintzsche recht überparteilich. Dafür bezieht er jetzt energischer auch öffentlich Stellung, wenn er meint, dass dies angesagt ist: Zuletzt zum Beispiel stoppte er die Vertreibung von Obdachlosen im Ehrenhof. Und ganz aktuell hat er die Ausschreitungen im Rheinbad und Gegenmaßnahmen zum Thema der Stadt gemacht.