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Hilfe für gelähmte Emma-Rosa zieht Kreise

Hilfe für gelähmte Emma-Rosa zieht Kreise

Das gelähmte Mädchen und seine Familie erfuhren eine Welle der Unterstützung. Das geben sie jetzt weiter und helfen anderen.

Düsseldorf. Sandra Mertzokat ist sichtlich bewegt, als sie auf der Bühne zum Eröffnungsabend der Elfmeterstiftung steht. Mehr als 260 Gäste haben den Weg in das Maritim Hotel gefunden, um zur Vorstellung der im November gegründeten Stiftung dabei zu sein und mindestens 100 Euro an diesem Abend für sie zu spenden. Neben Moderatorin Barbara Oxenfort sorgen Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys sowie Kabarettist Frank Goosen für die Unterhaltung.

2008 passierte, was den Anlass zur Gründung der „Elfmeterstiftung — zweite Chance für rückenmarksverletzte Kinder“ gab. Emma-Rosa, die damals achtjährige Tochter von Sandra Mertzokat steigt im Urlaub auf ein Quad und stürzt so unglücklich, dass sie ab diesem Zeitpunkt vom Hals an abwärts gelähmt ist. Ein halbes Jahr verbringt sie im Krankenhaus, ist künftig auf ein Beatmungsgerät und permanente Hilfe angewiesen. „Man kann gar nicht abschätzen, was alles auf einen zukommt“, sagt Emmas Mutter Sandra Mertzokat. Türen mussten verbreitert, ein Lift ins Gartengeschoss eingerichtet werden — „und wir waren nicht ausreichend versichert“, so Mertzokat.

Doch was dann folgte, war eine unbeschreibliche Welle von Hilfsbereitschaft. Über die Schulpflegschaft wird Emmas Geschichte an Michael Weichler herangetragen, der sich mit dem Verein Sterntaler über eine Charity-Aktion nach der nächsten freut. „Wir waren alle ergriffen, was dann passierte“, sagt der heutige Vorsitzende der Elfmeterstiftung. Bei einem Charity-Walk an Emmas Grundschule nehmen 300 Schüler teil, es helfen Vereine von der Niederkasseler Tonnengarde, über die Himmelgeister Baumgeister, bis zur DEG und Fortuna Düsseldorf.

„Bei all der Hilfe, die wir bekommen haben, wollten wir etwas zurückgeben“, sagt Sandra Mertzokat. Deswegen gründeten sie im vergangenen November die Stiftung. Die heute Zwölfjährige hat ihr Schicksal inzwischen akzeptiert. Sie weiß, dass sich ihr Zustand nicht mehr bessern wird. Und sie geht wieder jeden Tag in die Schule. „Sie ist sanfter geworden“, sagt ihre Mutter.

„Wir haben mittlerweile dreieinhalb Jahre Erfahrungen gesammelt, Kontakte und Netzwerke aufgebaut“, sagt Sandra Mertzokat. „Dank der vielen Hilfe haben wir es geschafft, dass nicht alle unsere drei Kinder aus ihrem Umfeld geworfen werden“, sagt sie. „Und diese Erfahrung möchten wir nun weitergeben.“