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Heyestraße in Düsseldorf-Gerresheim steht vor einem Neuanfang

Nach viel Frust : Heyestraße in Düsseldorf-Gerresheim steht vor einem Neuanfang

Die Düsseldorfer Heyestraße im Gerresheimer Süden gilt als kleiner Bruder der Benderstraße - doch der Glanz ist verblast. Doch nun gibt es Zeichen eines Neuanfangs.

Die Heyestraße im Gerresheimer Süden gilt als der kleine, irgendwie exotische Bruder der Benderstraße – wegen des italienischen Flairs natürlich, der diversen Cafés und Pizzerien im direkten Umfeld der Glashütte. Doch der Glanz ist verblasst, es gibt viel Leerstand und Frust, gerade unter Gastronomen, die schon vor Corona unter großen Umsatzrückgängen ächzten – weil die Unfallkasse mit vielen Mitarbeitern den Standort aufgab, die Sparkasse schloss, zuletzt auch Rewe und Rossmann Gerresheim den Rücken kehrten. Und natürlich, weil die Entwicklung des Glasmacherviertels schier endlos auf sich warten lässt.

Aber inzwischen gibt es einen Silberstreif am Horizont: Der in Wohnraum umfunktionierte Hochbunker steht vor der Fertigstellung; das kleine Neubauviertel auf der Fläche der ehemaligen Tennishalle macht große Fortschritte. Hier soll es auch wieder einen Geldautomaten der Sparkasse geben. Und, ja, auch im Glasmacherviertel könnte noch in diesem Jahr der erste Spatenstich erfolgen. Das alles wird sich positiv auf die Heyestraße auswirken, wenn denn jetzt die Voraussetzungen dafür geschaffen werden.

Einer, der sich schon für einen Neuanfang der Heyestraße eingesetzt hat, als andere noch ratlos mit den Schultern zuckten, ist Julian Deterding. „Es war klar, dass es mit ein paar neuen Blumenkübeln nicht getan ist“, sagt der FDP-Bezirkspolitiker. „Es hapert auf der Heyestraße an Aufenthaltsqualität, die Geschäftsleute werden alleine gelassen. Dabei lässt sich gerade hier unter dem Marketingkonzept Little Italy viel bewegen.“

Um den größtenteils in privater Hand befindlichen Roten Platz als zentralen Treffpunkt aufzuwerten, müsse versucht werden, ihn komplett in städtischen Besitz zu bringen. Mehr Außengastronomie würde auch der Nachtigallstraße gut zu Gesicht stehen. „Und leerstehende Immobilien könnten mit finanzieller Unterstützung Künstlern zur Verfügung gestellt werden. Auch die Ackerstraße in Flingern war mal mehr oder weniger tot“, sagt Deterding.

Genau da setzt Hoffnung für die Heyestraße ein: Das Land hat ein Sonderprogramm Innenstadt aufgelegt, das sich an Städte richtet, die Leerstände in zentralen Lagen haben. Düsseldorf wird mit 250 000 Euro bedacht, etwas mehr als 40 000 Euro gehen an die Heyestraße. So können nun Ladenlokale mit maximal 300 Quadratmeter Verkaufsfläche zu vergünstigten Mietpreisen an kreative und innovative Nutzer aus den Bereichen Handel, Gastronomie, Kultur, Kunst und Dienstleistung vermittelt werden.

Bewegung gibt es auch bei der Unfallkasse. Der Verwaltung liegt eine Bauvoranfrage vor, wonach das Bestandsgebäude erhalten und womöglich in kleinere Gebäuderiegel umgebaut werden soll. Auf dem hinteren Teil des Geländes könnte zudem weiterer Wohnraum entstehen. Und Deterding könnte sich vorstellen, dort eine Quartiersgarage einzurichten, um den Parkdruck von der Heyestraße zu nehmen.

Laut Bezirksbürgermeisterin Maria Icking ist hier aber noch nichts spruchreif. Viel weiter sei man hingegen bei der Neuvermietung des ehemaligen Rewe-Ladenlokals, sagt sie. „Die Verträge zwischen Vermieter und einem neuen Supermarkt-Anbieter sind wohl unterschriftsreif, Ende Januar soll eine Entscheidung fallen.“