Henkel: Millionen-Werbung in der NFL

Henkel: Millionen-Werbung in der NFL

Der Düsseldorfer Konzern greift für einen einzigen 30-Sekunden-TV-Spot im Finale der US-Football-League tief in die Tasche.

Düsseldorf. Etliche Millionen Euro lässt sich Henkel einen einzigen Werbespot in einer Länge von 30 Sekunden im US-Fernsehen kosten. Ausgestrahlt wird der Dreh am 1. Februar in einer Pause des Finalspiels der National Football League. Mehr als 110 Millionen Zuschauer haben das größte Sportereignis in Nordamerika im vergangenen Jahr am Bildschirm verfolgt.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung greifen Firmen für ihre Werbebotschaft zur Meisterschaft im American Football richtig tief in die Tasche: Vier Millionen Euro kostet demnach ein 30-Sekünder zum Super Bowl. Angeblich werden an diesem Tag die teuersten Werbespots des Jahres im US-Fernsehen ausgestrahlt.

Die Produktionskosten für die Clips dürften in Einzelfällen noch mal deutlich höher liegen, weil Stars wie Ben Kingsley oder Arnold Schwarzenegger eingekauft werden. Und Henkel mischt in diesem Jahr mit einem bis zum Finalspiel geheimen Spot über Loctite mit. Zum ersten Mal übrigens. Der Klebstoff wird auch in Holthausen abgefüllt — für den US-Markt allerdings vor Ort, da Klebstoff schwer ist und der Transport teuer.

Grünes Licht für die Finanzierung des Spots hat es laut Firmensprecher Holger Elfes allerdings aus Düsseldorf gegeben. „Entscheidungen mit einem derartigen Budget gehen nicht an der Konzernzentrale vorbei.“ Konkrete Zahlen nennt Elfes allerdings nicht.

Nur einen Teil des Werbebudgets für den Spot hätten hiesige Vereine wie die DEG gerne gesehen, um langfristig Planungssicherheit zu bekommen. Laut Henkel-Sprecher Holger Elfes ist dieser Vergleich allerdings nicht haltbar. „Bei dem TV-Spot handelt es sich um Werbung. Das ist Teil des Geschäfts. Ohne Werbung bekommt man langfristig nichts verkauft.“ Insbesondere in einer Konkurrenzsituation könne man schnell an Boden verlieren. „Krazy Glue“ heißt der Mitbewerber in den USA, dem größten Markt für Henkel — gefolgt dann allerdings bereits von Deutschland.

Zudem halte sich Henkel in Düsseldorf mit einem engagierten Sponsoring nicht zurück. Als Beispiele nennt der Sprecher den bekannten Pattex-Stuhl von Fortuna, den Henkel-Preis der Diana auf der Galopprennbahn, den Henkel-Saal in der Altstadt, das zum letzten Mal im vergangenen Jahr in Düsseldorf stattgefundene ATP-Tennisturnier mit der Marke Persil und die Saraceno-Installation im K21 mit der Marke Schwarzkopf.

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