Heiß auf Kupfer und Bronze: Metalldiebe Heiß auf Kupfer und Bronze: Metalldiebe Metalldiebe halten die Polizei auf Trab

Polizei : Heiß auf Kupfer und Bronze: Metalldiebe halten die Polizei auf Trab

120 Kilo schwere Säulen auf dem Nordriedhof gestohlen. Rund 100 Fälle gab es im vergangenen Jahr.

Das war dreist. Zunächst hatten Diebe einen zehn Meter langen Kupferzaun auf dem Nordfriedhof abmontiert und mitgenommen. Jetzt schlugen möglicherweise die gleichen Täter erneut zu. Sie entwendeten von dem Grab mehrere 120 Kilo schwere Säulen aus Kupfer von dem Grab. Schon sechsmal statteten Ganoven in diesem Jahr dem Schwanenhaus im Hofgarten nachts einen Besuch ab und entwendeten die Kupferleitungen am Dach. Die Polizei hat bisher keine Spur von den Tätern.

Der aktuelle Fall. Anfang März hatte eine Familie aus Frankreich Strafanzeige erstattet. Von dem Grab auf dem „Millionenhügel“ (er wird so genannt, weil dort auf dem Nordfriedhof sehr wohlhabende Düsseldorfer begraben sind) war der zehn Meter lange Kupferzaun verschwunden. Da die Angehörigen zuletzt im vergangenen Jahr in Düsseldorf waren, ist der Tatzeitraum unklar. Nun kehrten die Metalldiebe zurück. Diesmal hatten sie es auch die Ornaments-Säulen abgesehen, die jeweils rund 120 Kilo wiegen. Mehrere wurden gestohlen, andere waren zum Teil demontiert und sollten wohl bald abtransportiert werden. Wer etwas Verdächtiges beobachtet hat, wird gebeten, sich unter Telefon 0211/ 8700 bei der Polizei zu melden.

Diebe am Schwanenhaus. Schon in sechs Fällen ermittelt die Kripo in Sachen Schwanenhaus. Verschwunden war regelmäßig die Kupferleitung am Dach des Gebäudes. Neben dem Diebstahl wurden bei der Demontage auch weitere Schäden angerichtet. Sehr zum Ärger von „Schwanenmutter“ Margarete Bonmariage: „Es wird höchste Zeit, dass hier eine Videoanlage installiert wird.“ Nicht nur wegen der Metalldiebe, auch Drogensüchtige und Obdachlose hinterlassen immer wieder jede Menge Müll, wenn sie rund um das Schwanenhaus campiert haben: „Und ich muss das immer wegmachen.“ Inzwischen hat die Stadt das Kupfer durch Plastikrohre ersetzt. Ob das eine Dauerlösung ist, bleibt fraglich. Denn das Schwanenhaus steht unter Denkmalschutz – da darf eigentlich kein Plastik hin.

Die Zahlen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 27 000 Diebstähle angezeigt, nur rund 100 davon waren Metalldiebstähle.Wie ein Polizeisprecher erklärte, seien darunter aber auch zum Beispiel entwendete Kabel von Baustellen erfasst. Eine relevante Zunahme von Metalldiebstählen gebe es nicht.

Der Schaden. Die Rechnung hat zwei Seiten. Zum einen den reine Materialschaden. Auf der anderen Seit stehen die Kosten für den Ersatz. Für die gestohlenen Kupfer-Leitungen am Schwanenhaus bekommt man bei einem Schrotthändler etwa 100 Euro. Je nachdem, wie der Kurs für so genannte Buntmetalle gerade. Wenn eine Firma bestellt wird, die neue Rohe anbringt und die Kollateralschäden beseitigt, ist das erheblich teurer. „Das sind immer etwa 2000 Euro“, weiß Magarete Bonmariage. Bei den Säulen auf dem Nordfriedhof könnte diese Schere noch weiter auseinander, weil es sich um Kunstwerke handelt.

Der größte Fall. Apropos Kunst. Der spektakulärste Düsseldorfer Metalldiebstahl fand im Januar vergangenen Jahres statt. Da luden zwei Männer nachmittags auf dem Hof der Kunstgießerei Schmäke Im Liefeld eine 230 Kilo schwere Plastik von Markus Lüpertz in einen Rollwagen und verstauten sie nach Zeugenaussagen anschließend in einem weißen Transporter. Was war das letzte Mal, dass die  etwas 300 000 Euro Athene, wie das Werk hieß, in ihrem ursprünglichen Zustand gesehen wurde. Experten gehen davon aus, dass die Täter die Skulptur eingeschmolzen haben. Der Materialwert dürfte bei etwa 1500 Euro gelegen haben.

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