Gutachten: Fast 90 Prozent der Straßen sind in gutem Zustand

Infrastruktur : Auswertung: Fast 90 Prozent der Straßen sind in gutem Zustand

Das Ergebnis der Videofahrten liegt für die insgesamt 1211 Kilometer vor. Und in diesem Jahr wird besonders viel in die Sanierung investiert – es sind mehr als sechs Millionen Euro für die „Wertverbesserung des Straßenraums“.

Wer mit dem Auto öfter mal in anderen Städten, beispielsweise in Krefeld oder Mönchengladbach, unterwegs ist, weiß wie sich Schlaglöcher und abgefahrener Straßenbelag „anfühlen“. Natürlich gibt’s in Düsseldorf auch die ein oder andere Straße mit diesen Unebenheiten. Aber insgesamt kommt einem ihr Zustand subjektiv doch ziemlich gut vor. Dies wird nun auch objektiv von der Stadt bestätigt. Laut Amt für Verkehrsmanagement befinden sich 90 Prozent der Fahrbahnflächen „in einem sehr guten bis guten Zustand“.

So steht es in einer Informationsvorlage, die Bernd Kentemich und David Kornas (beide Amt für Verkehrsmanagement) jetzt in der Bezirksvertretung 2 (Flingern/Düsseltal) und kürzlich in der Bezirksvertretung 3 (u.a. Bilk, Oberbilk) vorstellten. Kornas spricht von einem „Straßenzustand auf sehr gutem Niveau“. Die Experten greifen dabei auf Untersuchungen aus den Jahren 2016 und 2017 zurück. Über mehrere Wochen hatte damals jeweils die Berliner Firma „eagle eye technologies“ im Auftrag der Stadt insgesamt die 1211 Kilometer Straßen unter die Lupe genommen. Zunächst waren rund 435 Kilometer Hauptverkehrsstraßen abgefahren worden, ein Jahr später standen die 776 Kilometer Nebenstraßen im Mittelpunkt. Mit einem Fahrzeug, das mit Video- und Fotokameras ausgestattet war, wurden die Daten erfasst. Die Bewertung ließ sich die Stadt rund 200 000 Euro kosten.

Jetzt liegt die Auswertung vor, die nun nach und nach in den zehn Bezirksvertretungen vorgestellt wird. Dabei gibt es eine Bewertung für die Gesamtstadt und eine weitere für den Bezirk.

84 000 Einzelschäden sind festgehalten worden

Für ganz Düsseldorf wurden visuell 84 000 Einzelschäden festgehalten. Diese sind nun in die bereits zuvor vorhandene Straßendatenbank importiert worden. Denn auch vorher schon hat die Stadt durch regelmäßige Begehungen den Zustand (u.a. Risse, Spurrinnen) festgehalten. Nach Auswertung der Daten, die mit dem Spezialfahrzeug gemacht wurden, befinden sich nun laut Amt für Verkehrsmanagement 71,5 Prozent der Fahrbahnflächen im Stadtgebiet in einem sehr guten und weitere 11 Prozent in einem guten Zustand. Gut, jedoch mit der Tendenz zu schlecht, sind weitere 7 Prozent. Schlecht ist die Fläche bei 9,5 Prozent und sehr schlecht bei unter einem Prozent. Nebenstraßen schneiden schlechter ab als Hauptverkehrsstraßen.

Für die innerstädtischen Bezirke 2 und 3 seien die Zahlen und somit der Zustand mit dem gesamten Stadtgebiet vergleichbar, sagen die Experten. Etwas schlechter sehe es allerdings bei den Auswertungen für den den Bezirk 8 (Eller) und 5 (Düsseldorfer Norden) aus. Für jeden Bezirk gibt es nun eine Prioritätenliste, welche Straßen in den nächsten Jahren saniert werden sollen. In Flingern stehen beispielsweise die Hoffeldstraße (zwischen Linden- und Behrensstraße) auf dieser Liste. Für Bilk ist der Bereich der Aachener Straße zwischen Im Dahlacker und Südring aufgeführt und die Karl-Geusen-Straße in Oberbilk.

Die beiden zuletzt genannten Maßnahmen stehen auch auf einer weiteren Liste mit allen Instandsetzungen, die in diesem Jahr laut David Kornas gemacht werden. Denn um den guten Gesamtzustand zu erhalten, werden 2019 mehr als sechs Millionen Euro „in die Wertverbesserung des Straßenraumes“ investiert. Darauf habe das Amt für Verkehrsmanagement gedrungen, denn normalerweise stehe nur eine Million Euro pro Jahr zur Verfügung.

Der Ordnungs- und Verkehrsausschuss hatte im Dezember 25 Instandsetzungen von der Bolkerstraße in der Altstadt bis zu Urdenbacher Allee in Benrath zugestimmt mit Kosten in Höhe von mehr als drei Millionen Euro. Auf einer zweiten Liste gibt es 18 weitere Projekte, die im Laufe des Jahres als „Sonderprogramm“ laufen und für die ebenfalls gut drei Millionen Euro investiert werden. Hier sind dann beispielsweise die Pestalozzistraße in Heerdt oder die Oststraße (zwischen Wehrhahn und Tonhallenstraße) aufgeführt.

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