Cannabis: Größte Drogenplantage Düsseldorfs entdeckt

Cannabis : Größte Drogenplantage Düsseldorfs entdeckt

Nach einem anonymen Hinweis findet die Kripo in einem Innenhof in Derendorf mehr als 2500 Marihuanapflanzen — der jährliche Ertrag lag wohl im Millionenbereich

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p class="text"><h2>Das Video zur Hanfplantage

Düsseldorf.Ein anonymer Hinweis hat die Fahnder des Rauschgiftkommissariates jetzt auf die größte Cannabisplantage, die je in Düsseldorf entdeckt wurde, gestoßen. In einem Hinterhof an der Rather Straße in Derendorf, zehn Meter von Wohnhäusern entfernt. Und keiner hat etwas gemerkt. Vor allem, weil die Anlage hochprofessionell aufgebaut war. Wer sie betrieben hat, ist allerdings noch unklar.

Am frühen Donnerstagmorgen öffneten die Ermittler mit einem Durchsuchungsbefehl die Tür zu dem vermeintlich leer stehenden Industriegebäude im Hinterhof. Von außen gab es keinerlei Anzeichen eines kriminellen Treibens. Keinen Geruch. Den Grund dafür allerdings fanden die Kripo-Experten im Innern schnell: Mit einem ausgeklügelten System aus großen Schläuchen regelten die Betreiber der Plantage die Zu- und Abluft, wobei die verbrauchte Luft mit Kohlefiltern gereinigt und so geruchslos wurde. Der Strom war professionell vor dem Zähler abgezweigt worden, wodurch auch die Stadtwerke keinen Verdacht schöpften.

„Die ganze Anlage arbeitet automatisch“, erklärt Michael Brusdeilins vom Rauschgiftkommissariat. Große Wassertanks und ein Schlauchsystem versorgten die über 2500 Pflanzen mit Wasser, Sensoren überwachten ständig Feuchtigkeit und Temperatur. „Hier herrschte kein Kommen und Gehen“, so der Ermittler. Wohl nur alle paar Wochen zur Kontrolle und natürlich zur Ernte habe man vor Ort sein müssen.

Die Ermittler fanden zudem rund 50 Kilogramm Hasch, fertig abgepackt, damit Dealer die Drogen weiterverkaufen können. Auf dem Schwarzmarkt hätte das Cannabis mehrere Hundertausend Euro gebracht.

Brusdeilins geht davon aus, dass die Plantage drei bis vier Ernten pro Jahr und damit einen Millionenertrag erwirtschaftet hat. Und sie war offensichtlich mindestens schon mehrere Monate in Betrieb. Wie lange genau, ist noch unklar. Die Ermittler wollen jetzt klären, ob die Räume vermietet waren oder sich die Plantagenbetreiber illegal Zutritt verschafft hatten. Ihre Identität ist noch ungeklärt. Die Spurensicherung nahm am Vormittag ihre Arbeit auf. Am Freitag sollen die Pflanzen und die aufwändige Technik dann abtransportiert und eingelagert werden.

In dem vermeintlich leerstehenden Gebäude fanden die Ermittler zudem zwei Räume, in denen die unbekannten Hanf-Bauern mehrere Hundert Setzlinge aufzogen, um ihr Geschäft weiter betreiben zu können.

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