1. NRW
  2. Düsseldorf

Goethe-Gymnasium in Düsseldorf soll weiteren Anbau erhalten

NRW : Ausbau des Goethe-Gymnasiums im Gespräch

Die Schule wurde gerade erst erweitert. Doch damit sollen die Umbauarbeiten noch nicht abgeschlossen sein.

Vor anderthalb Jahren wurde der Neubau am Goethe-Gymnasium eingeweiht. Mehr als 15 Millionen hatte die Stadt investiert, es wurden trotz begrenztem Platzangebot neue Klassen- und Verwaltungsräume sowie eine Zweifach-Sporthalle errichtet. Für das Untergeschoss im Bestandsgebäude war auch eine neue Mensa geplant. Die sollte ursprünglich zum Schuljahresbeginn 2020/21 in Betrieb gehen. Doch die Pläne wurden vorerst auf Eis gelegt – und das aus gutem Grund.

Hintergrund: Die dreieinhalbzügige Schule ist bei Eltern und Kindern außerordentlich beliebt. Und war bei den letzten Anmeldeverfahen sogar Spitzenreiter unter den 18 städtischen Gymnasien in Düsseldorf. 198 Viertklässler wollten unbedingt hier zur Schule gehen, was eindeutig zu viel war. Konsequenz: 78 Kindern musste eine Absage erteilt werden.

Mehr als 900 Kinder und Jugendliche besuchen die Schule

Darauf will die Stadt jetzt reagieren. Noch sind es nur Überlegungen im Schulverwaltungsamt, von der bislang weder die Politik noch die Schulleitung informiert worden seien, erklärt der für Schulbau zuständige, stellvertretende kommissarische Abteilungsleiter, Thomas Schwindowski, „aber wenn die Nachfrage derart das Angebot übersteigt, müssen wir eigentlich reagieren“. Heißt: Ein weiterer Anbau ist geplant, an anderer Stelle, noch gebe es ein bisschen Platz auf dem Gelände, um ein solches Vorhaben umzusetzten und das Goethe-Gymnasium dann auch zu einer vierzügigen Schule auszubauen. „Innerstädtisch müssen wir bei solchen Schulbau-Maßnahmen ohnehin zwangsläufig in die Höhe denken“, erklärt Schwindowski. Und die Mensa könnte dann auch in diesen Neubau einziehen.

„Wir könnten die Mensa auch wie geplant im Altbau realisieren, es wäre vom Platzangebot aber nicht die 1a-Lösung“, sagt Schwindowski. Mit dem nun angedachten Ausbau zu einem vierzügigen Gymnasium käme jedes zweite Jahr eine zusätzliche Klasse mit 30 Schülern hinzu, schon jetzt besuchen mehr als 900 Kinder und Jugendliche das Goethe. „Da würden wir schnell wieder an unsere Grenzen stoßen.“ Nach den Sommerferien sollen Politik und Schule in die Planungen einbezogen werden. Insgesamt ist der Andrang auf die Gymnasien in Düsseldorf groß, beim Anmeldeverfahren für das Schuljahr 2021/22 wählten 2292 von 4340 Kinder diese Schulform. Bei einem entsprechenden Mangel an Plätzen musste in diesem Jahr wieder einmal vielfach das Los entscheiden – was bei Kindern und Eltern für Frust sorgte und die Stadt unter Zugzwang setzt.

Beim Goethe-Gymnasium mit seinem sprachlich-künstlerischen Schwerpunkt spielt mit Sicherheit auch der Standort an der Lindemannstraße eine Rolle, da die Schule sich im unmittelbaren Umfeld von Neubaugebieten befindet. Wenn bald in Grafental ein weiteres Gymnasium gebaut wird, ist mit Entlastung zu rechnen.

Aber natürlich sorgt auch die bereits erfolgte Erweiterung für mehr Attraktivität am Goethe, eine nigelnagelneue Sporthalle zum Beispiel hat beileibe nicht jede Schule. Auch die komplett barrierefreie und eben­erdige Zugänglichkeit sowie die Ausstattung mit ausreichend Aufzügen kann bei der Schulwahl eine Rolle spielen.