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Glückwunsch: Altstadtkino wird 50

Glückwunsch: Altstadtkino wird 50

Cinema: Ein neues Wandplakat erinnert an die bewegte Geschichte des Programmkinos mitten in der Altstadt.

Düsseldorf. Von der guten alten Zeit, in der die Kinovorstellung noch 50Pfennig kostete, erzählt der Filmvorführer Karl-Heinz Echt heute noch gerne. Seit über 40Jahren arbeitet er im Cinema in der Schneider-Wibbel-Gasse und hat die Entwicklung von den non-stop-Kinovorstellungen bis zum heutigen Programmkino miterlebt. Die Gründung des ehemaligen Bali (Bahnhof-Lichtspielhaus) liegt nun 50 Jahre zurück. Zur Feier des runden Geburtstages wurde jetzt ein neues Wandplakat enthüllt.

Ein bisschen Nostalgie schwingt in den Räumen des Cinemas noch heute mit. Der Eingangsbereich ist nahezu erhalten und auch der Kinosaal steht in den Grundzügen noch wie vor 50 Jahren. Als der Gründer des Kinos, Franz Röder, das Grundstück mitten in der heutigen Altstadt kaufte, schuf er mit der Schneider-Wibbel-Gasse zunächst eine Verbindung zwischen der Bolker- und der Flingerstraße. Die Gasse ist die erste Fußgängerzone Düsseldorfs. Der Name sollte dem Schneider Wibbel aus der Komödie von Hans Müller-Schlösser ein Denkmal setzen.

Ebenso entstand zu dieser Zeit die Idee, ein großes Kino mit Theatersaal und 1000 Plätzen zu errichten. Doch das aufkommende Fernsehen führte zu einer Kinokrise, weshalb das damalige Altstadtkino in den Keller verlegt wurde und nur noch 250 Plätze bot. "Damals liefen die Filme wie in einer Schleife hintereinander weg, von morgens um neun bis nachts um eins", erinnert sich Echt. "Da habe ich auch schon 16 Stunden durchgearbeitet. Und es konnte auch sein, dass der Film nach 60 Vorführungen riss. Das ist heute anders."

Den Wandel erlebte das Bali-Kino 1982, als es als Nachfolger des abgerissenen Cinemas in der Kasernenstraße "Neues Cinema" getauft wurde und von nun an als Programmkino unterhalten wurde. An den ersten Film des "Neuen Cinema" erinnert jetzt das Wandplakat neben dem Eingang des Kinos. Es zeigt die Hauptfigur "Pierrot" aus dem Film "Kinder des Olymp", der 1982 zur Eröffnung des Programmkinos gezeigt wurde.

"Das war zu der Zeit eine Marktlücke", sagt Udo Heimansberg. Zusammen mit Kalle Somnitz betreibt er seit 1998 das Cinema in der Altstadt. Damals war das Kino von den aufkommenden Multiplex-Kinos verdrängt worden und kam als Insolvenzmasse auf den Markt. "Wir konnten zwar nicht jedes Kino retten, aber auch die Black Box und das Bambi haben wir damals aufgekauft", sagt Somnitz. "Das sind die Kinos unserer Jugend. Als Teenager haben wir dort unsere ersten Filme gesehen."