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Gesucht: Hoppeditz mit Witz

Gesucht: Hoppeditz mit Witz

Nach dem Rücktritt von Walter Hamacher suchen die Narren einen Hoppeditz. Das Kandidaten-Karussell dreht sich.

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p class="text"><strong>Düsseldorf. Es gibt leichtere Aufgaben, als mehrere tausend Menschen auf dem Rathausvorplatz mit einer zündenden Rede von trüber Novemberstimmung in fröhliche Schunkellaune zu versetzen. Eben das muss dem Hoppeditz von jetzt auf gleich gelingen. Nachdem Walter Hamacher seinen Rücktritt erklärte, muss sich das Carnevals Comitee auf die Suche nach einem Nachfolger machen. Ein schweres Erbe, denn mit den Reden von Hermann Schmitz und Jürgen Hilger-Höltgen hängt die Messlatte hoch. Hamacher konnte seine beiden Vorgänger nicht vergessen machen.

Nun haben CC-Präsident Engelbert Oxenfort und Hermann Schmitz die Suche nach dem Hoppeditz zur Chefsache erklärt. Denn mit einem guten Start am 11. 11. lässt sich auch der Rest der Session leichter angehen. Oxenfort selbst hat angekündigt, dass der neue Hoppeditz nicht unbedingt ein Karnevalist sein muss.

Die Anforderungen sind hoch. Die Rede sollte in Düsseldorfer Platt gehalten werden und möglichst in Reimform geschrieben sein. Außerdem wandelt der Hoppeditz auf einem schmalen Grat, denn sein Jahresrückblick soll scharfzüngig sein, aber gleichzeitig die Stadtoberen nicht so vergraulen, dass der Oberbürgermeister an seiner Gegenrede keinen Spaß mehr hat.

Vielleicht wird der CC-Präsident ja in seiner eigenen Familie fündig. Denn Tochter Barbara Oxenfort bringt fast alle Voraussetzungen mit: Sie spricht perfekt Platt und hat im Karneval bewiesen, dass sie bühnenfest ist. Als "Hoppedeuse" wäre sie allerdings ein echter Traditionsbruch.

Durchaus Interesse bekundet hatte René Heinersdorff, Schauspieler und Chef im Theater an der Kö. Der hat sich schon mal als Büttenredner bei der Fernsehsitzung versucht, allerdings mit mäßigem Erfolg. Dass er über einen scharfzüngigen Humor verfügt, ist unbestritten. Es hat auch schon ein kurzes Gespräch mit Oxenfort gegeben. "Aber ich habe das Gefühl, dass die Karnevalisten es nicht wagen, jemand wie mich zum Hoppeditz zu machen", so Heinersdorff, "das wäre wohl zu unbequem."

Ein Kandidat ist auch Kabarettist Frank Küster. Denn der kennt sich bestens im Düsseldorfer Geschehen aus. Schließlich ist der Monatsrückblick immer fester Bestandteil bei seinem "Reinen Tisch" im Uerige, immer vor voll besetztem Haus. "Man kann über alles reden", kann sich Küster einen weiteren Ausflug in den Karneval durchaus vorstellen. Bereits zum 175-jährigen Bestehen des Carnevals Comitees hatte er zusammen mit Manes Meckenstock die Fernseh-Gala moderiert.

Allerdings gibt es auch Narren, die gern Jürgen Hilger-Höltgen wieder reaktivieren würden. Der hatte nach elf Jahren als Hoppeditz aufgehört, seine brillanten Reden sind allerdings auch heute Paradebeispiele dafür, wie man’s richtig macht. Ob er’s im Notfall noch einmal tun würde oder auf keinen Fall - so richtig festlegen will sich Hilger-Höltgen nicht: "Ich bin gerade dabei, eine neue Figur zu finden, weil ich nicht mehr als Bergischer Löwe in die Bütt gehen will. Damit bin ich gut beschäftigt."