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Gericht: Düsseldorfer wollte Iran Kampf-Jet verkaufen

Gericht: Düsseldorfer wollte Iran Kampf-Jet verkaufen

Einen Kampfjet aus Tschechien wollte eine Düsseldorfer Firma in den Iran verkaufen. Drei Verdächtige sitzen vor Gericht.

"Ich habe gedacht, das Flugzeug sei für eine Flugschule in Tad-schikistan bestimmt", versuchte Ali M. dem Landgericht zu erklären. Der 25-Jährige sitzt seit gestern wegen eines Verstoßes gegen das Waffenkontrollgesetz auf der Anklagebank. Er soll versucht haben, einen tschechischen Kampfjet in den Iran zu verkaufen. Doch bevor das Geschäft über die Bühne ging, wurden Ali M. und zwei mutmaßliche Vermittler festgenommen. Der Vater des Angeklagten, offenbar Drahtzieher des Ganzen, hatte sich rechtzeitig nach Teheran abgesetzt.

Ein 63-jähriger Rechtsanwalt aus dem bayerischen Hof, der über hervorragende Kontakte in seine tschechische Heimat verfügte, sollte das Geschäft einfädeln. Zunächst sollte eine Maschine des Typs Aero L39 zum Preis von 550 000 Euro angeschafft werden. Bei dem Preis sei selbstverständlich gewesen, dass es sich nicht um einen mit Waffen bestückten Jet handele.

Wie der 63-Jährige erklärte, stelle die tschechische Firma Aero zwar hauptsächlich Militärflugzeuge her. Es gebe auch zwei Modelle ziviler Propeller-Maschinen. Außerdem baue die Firma ausgediente Kampfjets auseinander und mache daraus zivile Maschinen: "Die sind sehr preiswert." Die Düsseldorfer Firma habe zunächst ein Flugzeug kaufen wollen, später sollten sechs weitere folgen.

Der Jurist betonte, das er meist mit dem Vater des Angeklagten verhandelte. Er habe den Eindruck gehabt, das der 25jährige "keine Ahnung hat, um was es geht". Ali M. erklärte, er habe sich im Internet Bilder angesehen und den Flieger für "eine ziemlich schnelle Cessna" gehalten."

Bevor es zum Vertrag kam, wollte der tschechische Hersteller ein "Endverbraucher-Zertifikat". Dass wollte der Vater des Angeklagten angeblich für 30 000 Euro aus Tadschikistan besorgen. Mit dem Land gibt es keine Handelsbeschränkungen wie mit dem Iran.

Ali M. sitzt nicht zum ersten Mal auf der Anklagebank. Er soll zusammen mit seinem Vater auch versucht haben, hochmoderne Navigationsgeräte in den Iran zu verkaufen. Dafür sitzt der 25-Jährige bereits hinter Gittern. Auch damals konnte der Papa sich absetzen. Der Prozess wird fortgesetzt.