Gefasst: Schlecker-Räuber prahlte mit seinen Taten

Gefasst: Schlecker-Räuber prahlte mit seinen Taten

Gleich zwei Raubserien hat die Polizei gestoppt. Der 35-jährige Verdächtige hat viele der Taten bereits gestanden.

Düsseldorf. Zwei Serien von bewaffneten Raubüberfällen haben die Polizei in den vergangenen Wochen und Monaten in Atem gehalten. Seit Februar wurden immer wieder Schlecker-Drogeriemärkte beraubt, ab dem 31. Juli wurden dann innerhalb von nur vier Tagen drei Hotels überfallen. Jetzt haben die Ermittler offenbar beide Serien auf einmal geklärt: Seit Freitag sitzt der 35-jährige Mustafa A. aus Rath in Untersuchungshaft. Er hat mehrere Taten gestanden.

Sieben Überfälle auf Schlecker-Filialen hat der Gelegenheits-Taxifahrer eingeräumt. Kriminalhauptkommissar Dirk Sybertz geht aber aufgrund des immer gleichen Vorgehens und der Täterbeschreibung davon aus, dass A. mindestens elf Drogerien ausgeraubt hat. Manche Märkte wie jene an der Münsterstraße und Oststraße suchte er sogar gleich zwei Mal auf.

Mustafa A. brauchte das Geld offenbar, um sich selbst sowie den Unterhalt für seine beiden Kinder zu finanzieren - er lebt von seiner Frau getrennt. Über Monate klappte seine Masche. Dann wurde A. unvorsichtig, prahlte im Bekanntenkreis mit seinen Taten. Dadurch bekam die Polizei in der vergangenen Woche den entscheidenden Tipp und nahm A. in der Nähe seiner Wohnung in Rath fest.

In seiner Vernehmung gestand der Mann dann auch den Überfall auf das Hotel Fürstenhof am 2. August. Er hatte die 22-jährige Angestellte Chara Vrantza mit einem Messer bedroht und gezwungen, die Kasse zu öffnen. Ein weiterer Angestellter hatte noch versucht, A. aufzuhalten und ihm einen Stapel Teller auf den Kopf geworfen - doch der Mann konnte flüchten.

"Ich dachte, es wäre ein Scherz", sagte Vrantza nach dem Überfall gegenüber der WZ. A. hatte ihr ein Messer an den Bauch gehalten. "Ich war zwei Tage nicht bei der Arbeit und hatte große Angst." Gerade aus diesem Grund ist Ermittler Sybertz so froh über die Festnahme: "Selbst wenn es nur kurze Begegnungen mit dem Täter waren: Das ist eine Extremsituation. Die Opfer sind zum Teil schwer traumatisiert."

Vor dem Raub im Fürstenhof soll A. laut Sybertz bereits Hotels an der Ludwig-Erhard-Allee und der Worringer Straße überfallen haben. Immer erbeutete er mehrere hundert Euro. Seine Drogerie-Überfälle trugen ihm je 300 bis 500 Euro ein. Die Schlecker-Märkte suchte er sich vermutlich aus, weil dort meist nur ein Angestellter arbeitet - sobald Kunden hereinkamen, flüchtete er. Schlecker steht bundesweit seit Jahren immer wieder aufgrund des angeblich mangelhaften Sicherheitskonzeptes in der Kritik.

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