Düsseldorf: Fußball im Pay-TV: Wirte sind sauer

Düsseldorf: Fußball im Pay-TV: Wirte sind sauer

Viele Gastronomen haben bisher noch kein Abo bei Eurosport und können daher freitags keine Fußball-Bundesliga mehr übertragen. Obwohl Sky sein Angebot reduzieren musste, hat der Sender vor kurzem noch die Preise erhöht.

Bisher war für viele Fußball-Fans klar: Freitags geht es in die Kneipe um die Ecke, zumindest, wenn der Wirt ein Sky-Abo abgeschlossen hat. Doch seit dem 18. August zeigt der Sender Eurosport alle 30 Freitagsspiele der Bundesliga um 20.30 Uhr. Dazu fünf Spiele am Sonntag (13.30 Uhr), fünf am Montag (20.30 Uhr) sowie die Relegation zur Ersten und Zweiten Liga.

Somit ist die Sache eindeutig komplizierter geworden. Und eine Überprüfung der Situation in der Stammkneipe nötig. Es muss geklärt werden, ob der Gastwirt auch ein Eurosport-Abo hat. Auf ihn kommen zusätzliche Kosten hinzu. Auch wenn die zur Zeit noch überschaubar sind, denn Eurosport bietet kein gewerbliches Paket an. Heißt, die Wirte zahlen nur den Preis, den private Nutzer zahlen. Und der liegt bei 29,99 Euro im Jahr bei einer Einmalzahlung. Bei der monatlichen Variante zahlt der Kunde 4,99 Euro. Der Jahrespreis liegt dann bei 39,92 Euro. Das sind allerdings nur Angebotspreise, die bis zum 31. August gültig sind. Danach wird es wieder teurer. Und die Sache hat noch einen Haken: Das Angebot ist nur über Internet zu empfangen.

Im Bilker Häzz an der Bilker Allee 208 kann man die Spiele am Freitag schauen. „Eigentlich lohnen sich vom Umsatz und den hohen Kosten für Sky die Fußball-Übertragungen nicht. Aber so lange es kein gewerbliches Paket gibt, duldet Eurosport die Übertragung, was danach kommt, muss dann neu entschieden werden“, heißt es aus der Geschäftsführung.

Im „Frankenheim am Zoo“ an der Rethelstraße gibt es freitags nun keinen Fußball mehr zu sehen. „Eurosport ist ja nur über Internet zu empfangen und das klappt bei mir leider nicht. Aber trotz des reduzierten Angebots wollte Sky vor der Saison die Preise erhöhen. Das ist ganz schön dreist von denen“, schimpft Inhaber Ernst Ruschenburg. Daraufhin hatte der Gastronom sein Sky-Abo gekündigt. „Ich habe dann Besuch von einem Mitarbeiter von Sky bekommen und wir haben nachverhandelt. Ich zahle zwar immer noch über 400 Euro im Monat, das ist allerdings weniger, als ich bisher bezahlt habe.“

Im Frankenheim-Brauereiausschank an der Wielandstraße gibt es Sky, aber noch kein Eurosport. Das soll aber in der Zukunft kommen, wie Inhaber Peter-Michael Halcour bestätigt. „Ich habe erst von meinen Stammgästen erfahren, dass Fußball nun auch bei Eurosport übertragen wird.“ Auch er hat vor kurzem nach einer Preiserhöhung sein Sky-Abo gekündigt. „Die haben mir natürlich verschwiegen, dass sie nicht mehr alle Spiele übertragen. Nach der Kündigung haben wir dann neu verhandelt und nun zahle ich deutlich weniger.“ Für ihn sind die Fußball-Übertragungen ein Service für die Stammgäste. „Es kommen nicht so viele Gäste zum Fußball gucken, dass wir damit Geld verdienen.“

Malte Wienbreyer, Geschäftsführer im Eigelstein im Hafen, beschwert sich über die Qualität der Übertragungen: „Das ist bei weitem nicht das, was Sky bisher geboten hat.“ Auch er fühlt sich völlig allein gelassen: „Es gibt keine Ansprechpartner und keine Infos für Gewerbetreibende. Es ist gar nicht ersichtlich, ob man übertragen darf oder nicht.“

Den Premierenabend am Freitag hat Eurosport auf jeden Fall schon mal ordentlich versemmelt. Viele Fußball-Fans, die die Partie zwischen dem 1. FC Köln und dem Hamburger SV sehen wollen, sahen nur einen blauen Bildschirm. Darauf die Botschaft: „Ein Fehler ist vorgefallen.“

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