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Düsseldorf: Fünf Dinge, die die Dokomi besonders machen

Düsseldorf : Fünf Dinge, die die Dokomi besonders machen

Für Aussenstehende mag die Veranstaltung in der Messehalle erstmal kreischend-bunt und skurril wirken. Ist sie auch. Doch es steckt noch mehr dahinter.

Düsseldorf. Schon zum zehnten Mal lockt die Dokomi Manga- und Cosplayfans aus ganz Deutschland in die Düsseldorfer Messehallen. Es ist eine der größten Conventions zu diesem Thema. Und auch wenn die bunt verkleideten Menschen, die sich zu dieser Zeit überall in der Stadt herumtreiben, bei vielen Kopfschütteln oder verwunderte Blicke auslösen - die Dokomi ist etwas ganz Besonderes. Wir haben vor Ort fünf Dinge gesucht, warum das so ist.

1. Zwei Tage in einer anderen Welt

Die Messehallen werden an diesem Pfingstwochenende zu einem ganz eigenen Mikrokosmos, in dem andere Regeln gelten als außerhalb. Fragt man als fleißige Reporterin nach den Namen der Interviewpartner ist die erste Gegenfrage meist: „Der echte oder mein Künstlername?“. Auch Nachnamen scheinen in der Messe nicht zu existieren.

Bittet man um ein Foto wird das eigentlich nie abgelehnt. Und sofort nehmen die Motive ihre Posen ein. Denn: Die Dokomi hat nichts mit Karneval zu tun. Jeder, der hier verkleidet ist, spielt dabei auch eine Rolle. Und die muss man eben auch durchziehen. Das fängt mit dem detaillierten Kostüm an und hört bei der passenden Pose für ein Foto noch lange nicht auf.


(Mario und Annika auf der Donkomi. Foto: Judith Michaelis)

2. Der Aufwand bei den Vorbereitungen

Kaum jemand bei diesem Zusammentreffen trägt ein Kostüm von der Stange. Lin zum Beispiel hat alles an ihrem Kostüm - sie ist hier als Rakan aus dem Spiel League of Legends - selbst gemacht. Sogar die Perücke hat sie handgeknüpft. Woher sie das kann? „Ich habe einfach ausprobiert - und Youtube-Videos geguckt“, sagt sie. Melinda hat sich ein Katzenkostüm genäht.



(Melinda in ihrem Katzenkostüm. Foto: Judith Michaelis)

Sogar der Kopf ist komplett selbstgemacht. Im Durchschnitt sitzen die Cosplayer drei bis vier Monate an ihren Kostümen. Denn alles muss stimmen. Da kann es auch schon vorkommen, dass die Polizei Kontrollgänge über die Messe macht und Personen mit Waffen anspricht. Die sehen oft täuschend echt aus und die Beamten versuchen zu überprüfen, dass es sich doch um Attrappen handelt.

3. Schmerzfreie Kostümierte

Direkt an den Aufwand, der hinter vielen der Kostüme steckt, muss auch angeschlossen werden, wie schmerzfrei die Cosplayer beim Tragen ebendieser Kostüme sind. Mario ist als Elias Ainsworth aus „Die Braut des Magiers“ verkleidet. Zentrales Element seines Kostüms: Ein großer Tierschädel mit Hörnern. Den hat er aus dem 3D-Drucker gemacht und zusammengeklebt. Der Schädel selbst ist nicht gerade leicht. „Man braucht einen starken Nacken“, sagt Mario. Drinnen wird es auch ziemlich warm, sehen und hören kann er nur noch eingeschränkt.

(Beatrice, Alexandra, Nicole und Vivien. Foto: Judith Michaelis)

Auch Nicole, Alexandra, Vivien und Beatrice aus der Nähe von Berlin finden: Für einen Tag muss man das schon mal aushalten. Ja, die Schminke juckt irgendwann, Ja, es wird auf Dauer warm und Nein, auf die Toilette kann man mit ihren Kostümen zum Teil nicht gehen. Übrigens: Nach siebenstündiger Anfahrt am Vorabend sind sie am Samstagmorgen schon um sieben Uhr aufgestanden, um sich vorzubereiten. „Wenn man dann die Perücke und die engen Abbinder (die die Figur anpassen sollen, Anm.d.Red.) am Abend ablegen kann, ist das schon eine große Befreiung. Da denke ich jedes Mal: Nie mehr Cosplay“, sagt Alexandra lachend. Und dann macht sie es doch immer wieder.

4. Die Reichweite der Dokomi

Hatte die Convention vor wenigen Jahren noch knapp 1 800 Besucher, rechnet die Messe in diesem Jahr mit 45 000 Fans an beiden Tagen. Vom Congress-Center ist die Veranstaltung mittlerweile auch auf mehrere Messehallen ausgeweitet worden. Schon weit um das Messegelände herum sieht man an diesem Wochenende überall in Düsseldorf verkleidete und bunt gewandete Japan-Fans.

(Frank und Caroline. Foto: Judith Michaelis)

Und auf der Messe findet man nicht mehr nur ein paar Aussteller und verkleidete Cosplayer - in mehreren Gaming-Bereichen werden die bekanntesten Spiele vor Publikum gespielt, bei „Creamy’s Castle“ kann die Fernseh-Show „Takeshi’s Castle“ nachgespielt werden, ein Foodcourt lädt zu japanischem Essen ein. Kurz: Die Dokomi ist nicht nur durch die Besucher sondern auch bei ihrem Angebot gewachsen. „Die Dokomi ist auf jeden Fall ein Muss für Cosplayer“, sagt Frank. Es gebe nur ein paar wenige, große Conventions. Die müsse man aber unbedingt besuchen. „Sich austauschen über die Kostüme, Leute wieder treffen, die man hier kennengelernt hat und sowas“, sagt er. Und die vier Mädchen aus Berlin bestätigen das. „Man schließt auch Freundschaften. Die kann man hier pflegen.“

5. Zusammenhalt

Genau zu diesen Freundschaften passt der letzte Punkt. Denn Cosplayer halten zusammen. Nicht nur, dass jeder sich auf die Suche nach anderen macht, die die gleichen oder andere Charaktere aus den gleichen Spielen oder Geschichten verkörpert - es werden auch Kostüme bewundert, Techniken ausgetauscht und: sich im Notfall auch mal geholfen. Am Cospital in einer der Hallen können verzweifelte Cosplayer Hilfe finden, die Probleme mit ihrem Kostüm haben. „Hier wird genäht, geklebt, nachgestylt“, sagt Annika, die hier mithilft.

(Annika und Ilayda. Foto: Judith Michaelis)

Um Kostüme wieder auf Vordermann bringen zu können, ist an diesem Stand alles vorhanden - von der Heißklebepistole über Stoffe bis zu speziellen Kunststoffen, die viele der Kostüme zusammenhalten. „Wir sind alle auch Cosplayer und kennen die Probleme, die das Kostüm auf so einer Convention machen kann. Da helfen wir gerne improvisieren“, sagt Annika.