Fridays for Future-Aktivisten wollen auch in den Ferien demonstrieren

Fridays for Future : Schüler wollen weiter streiken

Die „Fridays for Future“-Aktivisten haben sich zur letzten großen Demonstration vor den Ferien getroffen. Vom Südfriedhof ging es Richtung Neuss. Auch in den Ferien sind Aktionen geplant.

„Hat jemand hier Ahnung von Generatoren?“ Lukas, Mitorganisator der großen Klima-Sommerdemo zum Ferienstart, hat alle Hände voll zu tun. Gerade sammeln sich die Teilnehmer in allen Altersgruppen auf einer großen Wiese am Südfriedhof und die Lautsprecheranlage hat keinen Saft. In einer halben Stunde soll es los gehen. Es ist Freitag und wie seit vielen Wochen auch, demonstrieren Schülerinnen und Schüler, aber auch immer mehr Erwachsene, im Rahmen der „Fridays for Future“-Bewegung für ein besseres Klima.

Allerdings eines ist anders. Es ist der letzte Schultag. Die Sommerferien sind zum Greifen nah. Da stellt sich die Frage, ob die Teilnehmer auch in der Urlaubszeit ebenso aktiv am Start sein werden?

Wie die Schüler sich engagieren, hängt von der Ortsgruppe ab

„Ganz klar Ja“, versichert Janne, die mit einer Schülergruppe extra aus Hagen angereist ist. „Wir wollen in den nächsten Wochen auf jeden Fall auch kleine Aktionen machen, zum Beispiel Müll sammeln“, meint die Schülerin. Sie ist mit ihren Freunden nicht zum ersten Mal in Düsseldorf. Von Hagen aus nicht gerade ein Katzensprung. Dem stimmt Janne zu und verrät: „Wir fahren auch schon mal nach Dortmund und nehmen da an Aktionen teil. Aber auch bei uns in Hagen wird regelmäßig demonstriert“.

Wie sehr die Jugendlichen sich engagieren können, hängt auch davon ab, wie groß die jeweiligen Ortsgruppen sind, denen sie sich anschließen und ob sie eher ländlich oder in die Stadt wohnen.

Auch Ramu kommt für die Freitagsdemos regelmäßig von Waldniel, nahe der holländischen Grenze, nach Düsseldorf. „Ich denke, hier bin ich einfach näher dran an der Politik und kann eher was bewegen, als bei uns auf dem platten Land“, ist er überzeugt.

„Hier sind auch die Ortsgruppen größer und aktiver“, gibt Ramu zu Protokoll. Was nicht heißt, dass Jugendliche, die auf dem Dorf leben, sich nicht engagieren würden. „Es ist aber ungleich schwerer“, meint Helena. Sie lebt bei Kleve und musste feststellen, dass man in ihrem kleinen Wohnort, schon sehr dicke Bretter bohren muss, um die Erwachsenen für die gute Sache zu gewinnen. „Ich wusste bis vor ein paar Wochen noch nicht einmal, dass der Bürgermeister nur ein paar Häuser weiter wohnt“, gibt Helena zu.

Auch sie will sich in den Ferien weiter engagieren. „Ich denke, wir werden kleinere Aktionen organisieren, wie Picknicks, Radtouren und dann ist da ja auch noch die Sommerakademie, die sich drei Tage lang mit dem Thema Klima beschäftigt“, überlegt die Schülerin und Ramu fügt hinzu: „Demos wird es erst wieder nach den Ferien geben. Es ist in der schulfreien Zeit einfach zu schwer, alle zu mobilisieren, zumal ja auch viele wegfahren.“

Auf die Frage, ob die beiden denn glauben, dass nach den sechs Wochen Sommerferien die Schülerinnen und Schüler mit dem gleichen Elan an die Sache herangehen werden, wie in den vergangenen Monaten, nicken Helena und Ramu. „Natürlich! Ich denke, die ersten ein oder zwei Wochen nach Schulanfang wird es sicher etwas schwierig, weil die Schulen auf Anwesenheitspflicht pochen“, meint Ramu. „Aber dann werden wir weitermachen wie bisher“, gibt er sich zuversichtlich.

An diesem Tag werden sie vom Südfriedhof aus Richtung Neuss marschieren. Mit dabei auch der von Jacques Tilly gestaltete Mottowagen mit der Ikone der „Fridays for Future“-Bewegung Greta Thunberg. Dort wollen sie sich mit einer Gruppe treffen, die am Neusser Bahnhof losmarschiert ist, um den Nachmittag auf den Neusser Rheinwiesen mit Musik und Wortbeiträgen ausklingen zu lassen. „Wir haben eine Sondergenehmigung bekommen, mit den Anhängern ins Naturschutzgebiet zu fahren, müssen damit aber auf dem Deich bleiben“, verrät Helena noch Organisatorisches. Dann muss sie los, denn es ist Zeit, die große Sommerdemo fürs Klima macht sich auf den Weg.

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