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Frauen gründen Firmen anders

Frauen gründen Firmen anders

Eine Unternehmerin berichtet von Vorurteilen und den Unterschieden zu Männern, die sich selbstständig machen.

Düsseldorf. 740 000 Unternehmen sind im vergangenen Jahr in Deutschland gegründet worden. 30 Prozent der Neugründer waren Frauen. Eine von ihnen war Beate Kempf. In Oberrath eröffnete sie ihr Büro: Beate Kempf Personalberatung. Dahinter verbirgt sich ein Eine-Frau-Betrieb, der für seine Kunden neue Mitarbeiter sucht. "Davon, dass meine Idee funktionieren würde, war ich von Anfang an überzeugt", erzählt die Diplom-Betriebswirtin. Trotzdem war es ein langer Weg von der Idee bis zur endgültigen Entscheidung, sich selbständig zu machen. Ein Grund: Sie hatte Sorge, der eigenen Firma und ihren zwei Kindern gerecht zu werden.

Frauen nutzten außerdem stärker als Männer die Beratungsmöglichkeiten von IHK, Arbeitsagentur oder der Wirtschaftsförderung der Stadt. Das bringt einen klaren Vorteil: 65 Prozent der Fördermittel gehen an Frauen.

Beate Kempf ist wiederum eine von ihnen. "Ich hab mir als erstes ganz viel Infomaterial schicken lassen", erzählt sie. Zig Anträge und Formular habe sie ausgefüllt und sich beraten lassen. Nach und nach erzählte sie auch Freunden von ihrem Plan. "Die meisten waren beeindruckt, aber die Frage, wie ich das mit zwei Kindern schaffen wolle, tauchte schon immer wieder auf."

Nach dem ersten Jahr weiß sie: Es ist nicht immer leicht, beides unter einen Hut zu bekommen. "Gerade am Anfang lehnt man keinen Auftrag ab, und dann wird es auch schon mal grenzwertig. Aber das ist kein Dauerzustand", sagt sie und betont: "Die Freiheit und Flexibilität, die ich als Selbständige habe, möchte ich nicht mehr missen."

Frauen mit Kindern, die über eine Selbstständigkeit nachdenken, rät die Unternehmerin, ein soziales Netzwerk aufzubauen. "Man muss von vornherein auf Freunde und Verwandte zugehen und fragen, ob sie bereit sind, im Notfall die Kinder zu nehmen", erklärt sie. Ein weiterer Tipp: "Man muss sich eingestehen, nicht perfekt zu sein."

Deutschland Die Zahl der weiblichen Gewerbetreibenden lag vor vier Jahren bei 29,9 Prozent, 2006 waren es 30,8, im ersten Halbjahr 2007 30,7Prozent.

Düsseldorfer Institutionen In Düsseldorf bietet neben der Agentur für Arbeit und der Industrie und Handelskammer auch das Gründungsnetzwerk Düsseldorf Hilfen für Neugründer an. Es ist zu erreichen unter Telefon: 8999444. Kontakt:

Hilfen Weitere Tipps und Hilfen hat auch die Zukunftswerkstatt Düsseldorf. Telefon: 0211 17302-0.